Zwei wichtige Mannschaftspunkte in der Oberliga

Nach der hohen Schlappe gegen Zugzwang waren wir in der Pflicht, etwas für den Klassenerhalt zu tun. Dass die Luft in der Oberliga deutlich dünner als in der Landesliga ist, war und ist uns natürlich allen klar.

Diesmal waren die Rosenheimer aus Pang unsere Gäste. Auf dem Papier sind sie stärker als wir. Eine Chance hatten wir uns dennoch ausgerechnet. Will man die Klasse halten, darf man keine Punkte liegen lassen…

Nun, die Rosenheimer traten leicht ersatzgeschwächt an, da ihr Brett 3 und 4 ausfielen, wobei beide auch zuvor nicht durchgehend gespielt haben.

Doch zu den Partien…

Felix hatte bald eine leicht chaotische Stellung auf dem Brett, der ich mal wieder nicht so ganz traute. Ebenso ging es mir bei Reinhold, der sich zwar einen Bauern in der Eröffnung holte, aber dem Gegner dafür Spiel und eine unangenehme Läuferdiagonale gab.

Andi kam bereits in der Eröffnung in klaren Vorteil. Selbiges dachte ich bei Paul, der einen Bauern mehr hatte. Die Stellung war aber sehr dynamisch.

Helmut hatte einen interessanten Sizilianer auf dem Brett, bei dem klar wurde, dass die Remiswahrscheinlichkeit gering war… Zunächst unklar.

Alex ging seine Partie gesund aggressiv an und bot seinem Gegner ein Gambit, welches dieser ablehnte und dafür eine Standardstellung mit beidseitigen Chancen aufs Brett brachte.

Michael hatte bald eine in meinen Augen sehr gute Stellung. Mit schwarz nahm er direkt aus der Eröffnung heraus das Szepter in die Hand.

Tja, und dann war da noch meine Partie. Mich hat am Vorabend eine üble Erkältung erwischt – Husten, Kopfschmerz und Schlappheit inklusive. So spielte ich auch – leider. Mein Gegner spielte eines „meiner Spezialsysteme“ gegen mich und ich wählte meinem Zustand entsprechend eine ruhige Ausgleichsvariante. Dann gewann ich doch Gefallen an der Partie und hakte ein Spielen auf Remis ab. Ich ging in eine Art „Pseudoigel“, um dann festzustellen, dass meine Berechnung ein Loch hatte. Und zwar ein großes. Das Ende der Geschichte: Ich war sowohl positionell als auch dynamisch völlig breit.

Nachdem Reinhold dann doch recht schnell verlor und Michael den Anschluss erzielte, zählte ich für meine Partie eine Null. Für Felix Partie auch, als er eine Qualität geben musste. Virtuell 1:3.

Leider ging bei Paul irgendwas schief – ich hab’s nicht mitbekommen. Und schwupps, stand es 1:2 und virtuell 1:4. Autsch!

Mein Gegner wickelte, anstelle mich gleich auszutreten, in ein Endspiel mit Turm Läufer gegen Turm (plus einem nichtexistenten, weil weggesperrten Springer) nebst Bauern auf beiden Flügeln ab. Ach ja, dass ich zudem passiv stand, muss wohl nicht erwähnt werden.

Nun, als ich mal wieder spazieren ging, kippte Helmuts Stellung zu unseren Gunsten und Alex Gegner hatte plötzlich einen Läufer weniger und hoffte aus Dauerschach, welches aber ausfiel wegen ist nicht! Beide gewannen - neuer Zwischenstand 3:2 für uns!

Jetzt hing es an Andi, einen Mannschaftspunkt zu sichern. Er zerlegte seelenruhig seinen Gegner mit einem schönen Turmopfer, das bei Annahme zu einem schönen und schmerzhaften Matt geführt hätte. So holte er sich Bauern und Stellung, ging ins Endspiel und setzte seinen Gegner trotzdem matt (bzw. der gab kurz vorher auf). 4:2 – der Mannschaftspunkt war sicher!

Jetzt lag es an Felix oder mir. Felix kämpfte mit der Qualle weniger tapfer, versuchte, noch mal taktische Tricks auszupacken und wurde leider einfach abgeblockt. Ein Bauer fiel und das war der Anfang vom Ende. 4:3, Anschlusstreffer.

Ich habe mich in ein verlorenes Turmendspiel „gerettet“ und versuchte zu kämpfen. Ich habe in der Partie zwar wenig gesehen, aber jetzt war nur noch je ein Turm übrig. Das sollte dann leichter zu berechnen sein?!

Eine schnelle Analyse belegte meine Verluststellung, die sich aber immer weiter besserte. Dann habe ich wohl den ersten Remisweg ausgeschlagen – mein Gegner dann einen Gewinnweg… Und Stück um Stück besserte sich meine Position, bis ich nach etwas mehr als 70 Zügen in eine klassische Remisstellung mit K+T+B vs. K+T abwickelte. Jetzt hätte ich auch halbkomatös das Remis gehalten. Mein Gegner glaubte mir das dann nach ein paar wenigen Zügen und gab den halben Punkt her.

Fazit: Nachdem wir zwischendurch in dieser Saison vom Pech verfolgt waren (ich sage nur Gröbenzell!), haben wir heute Glück gehabt. Meine Stellung war eigentlich unhaltbar… Da Pauls Partie aber gar nicht klar war und Reinhold wohl auch mehr Chancen hatte, ist der knappe Sieg, denke ich, unterm Strich aber durchaus verdient.

Jetzt stehen wir mit 6:6 Punkten fest im Mittelfeld. Ganz ist die Abstiegssorge nicht vorbei, da heuer möglicherweise mehrere Mannschaften aus der 2. Liga nach Bayern absteigen.

Gegen Bayern München werden wir uns sehr warm anziehen müssen! Mit dem Tabellenletzten Würzburg und den Passauern kommen dann noch zwei wichtige Kämpfe. Ich denke, noch zwei Mannschaftspunkte aus den drei Runden, und wir steigen definitiv nicht ab.


Hier der Mannschaftskampf in Zahlen:


SK Kriegshaber 1 - SGem Pang/Rosenheim 1 4½ - 3½

1 Wolfsteiner, Helmut 2287 2315 - Berchtenbreiter, Maximilian 2315 2277 1 - 0

2 Vuckovic, Aleksandar 2288 2327 - Baldauf, Marco 2347 2374 1 - 0

3 Schnelzer, Reinhold, Dr. 2241 2271 - Maurer, Jochen 2228 2264 0 - 1

4 Demel, Paul 2111 2140 - Vogel, Robert 2207 2256 0 - 1

5 Bintakies, Michael 2139 2164 - Wachinger, Günther 2189 2247 1 - 0

6 Stör, Andreas 2152 2170 - Prediger, Rupert 2166 2284 1 - 0

7 Hahn, Christoph, Dr. 2125 2186 - Keller, Manfred 2130 2178 ½ - ½

8 Stelter, Felix, Dr. 2165 2052 - Lindenberg, Georg 2133 2131 0 - 1

Schnitt: DWZ 2188 ELO 2203 - Schnitt: DWZ 2214 ELO 2251  



Autor dieser Meldung:Andreas Stoer
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Kommentare zu dieser Meldung:

von Florian: Herzlichen Glückwunsch und danke für den Bericht!


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