Bayerische U12-Mannschaftsmeisterschaft - Runde 3
Der 28. April hatte es wirklich knüppeldick in sich! Unsere 4. Mannschaft kämpfte in Steppach um den Aufstieg, während die 7. Mannschaft (mit Unterstützung der 6.) gleiches bei der SGA versuchte. Und unser U12-Dreamteam stellte sich in Windach den Gegnern in den Wind, um selbst das Halbfinale der Bayr. Mannschaftsmeisterschaften zu erreichen. Leider war für den SKK diese Ballung an Schachterminen extrem schmerzhaft, da mit Zarko, Erik, Robert, Anja und mir gleich einmal sage und schreibe fünf potentielle Spieler der 7. Mannschaft fehlten und Josef als Mannschaftsführer nur unter größten Anstrengungen und dank des selbstlosen Einsatzes der restlichen Spielberechtigten eine vollständige Mannschaft aufbieten konnte. An dieser Stelle möchte ich allen Entscheidungsträgern meinen herzlichsten Dank aussprechen, die mit ihrer umsichtigen Terminplanung und dieser unsäglichen Regelung des getrennten Spielerpools in der C-Klasse dafür gesorgt haben, dass Vertreter anderer Schachbezirke nur ungläubig den Kopf darüber schütteln und den eigenen
Spielern (und Spielerinnen) das Leben derart schwer gemacht wird, dass diese glatt die Lust daran verlieren könnten, sich in der Liga ans Brett zu setzen!!!
Wie auch immer: durch einen gemeinsamen Kraftakt haben wir ja fast alle Bretter in den Mannschaften besetzen können und so machte sich das SKK-Dreammobil (mit freundlicher Unterstützung unseres zweiohrigen Navis) auf den Weg nach Windach. Auf der Hinfahrt wurde jedoch Simones direkter Draht zu keiner Zeit unterbrochen, so dass wir sechs Menschlein eine unterhaltsame und entspannte Fahrt genießen durften. Obendrein kamen wir derart pünktlich an, dass noch reichlich Zeit für unser Dreamteam blieb, sich beeindruckt die Ahnengalerie der großen Schachvorbilder anzusehen, welche eine Wand des Windacher Sportheims ziert und sich gemütlich am Brett einzurichten.
Die erste Runde begann pünktlich um 10.00 Uhr mit einer gut hörbaren Ansprache des Gastgebers und folgenden Paarungen: Windach gegen Gräfelfing und Buchloe gegen den SKK.
Nachdem die Uhren freigegeben waren, zogen sich sämtliche Betreuer zurück und überließen das Feld der Ehre den Kids. Ich bezog zunächst Stellung an einer geschützten Hausecke, zog dann später aber in den freudig entdeckten Biergarten an der Rückseite des Gebäudes um. Bevor ich mich dadurch aber aus dem Zentrum des Geschehens katapultierte, bekam ich noch mit, dass als erstes Robert in Begleitung von Leon herausstürmte. Und obwohl Robert gewonnen hatte, waren beide Väter gleichermaßen darüber irritiert, dass die Jungs es geschafft hatten, in 30 Minuten 34 Züge auf das Brett zu bringen. Aber weder Robert noch Leon machte dieser "Blitzmodus" offenbar etwas aus, sondern sie freuten sich vielmehr
darüber, dass sie nun reichlich Gelegenheit hatten, den gegenüberliegenden "Wald" zu erforschen. Dieses Wort benutze ich deshalb so vorsichtig, weil eine Anpflanzung von 20 Bäumen garniert mit ein paar Sträuchern wohl bei Stadtkindern so definiert wird, ich als Landei aber andere Dimensionen gewohnt bin.
Egal gut. Ich traute meinen Augen nicht, als Anja kurz darauf ebenfalls mit ihrem Partieformular herauskam. Auch sie hatte gewonnen und natürlich machte ich ihr keinerlei Vorhaltungen bzgl. der Zeit! ;-)
Als aber Erik ebenfalls nicht lange darauf seinen Sieg verkündete, war ich dann doch sehr erstaunt über den Durchmarsch unseres Teams gegen Buchloe. Auch Dilans Erklärung, die ich zufällig bei einem Gespräch mit ihrem Herrn Papa mitbekam, half mir da nicht wirklich weiter: "Ich habe mich nur eingespielt!"
Zwischenzeitlich hatte ich mich wie schon erwähnt mit Anja zurückgezogen, bekam aber dennoch mit, dass Zarko sich mit Uli erneut auf ein Remis geeinigt hat. Wobei er mit sich selber zufrieden ist, da er eine Steigerung in seinem Duell gegen Uli sieht, hatte er diesmal doch nicht nur eine ausgeglichene Stellung erreicht, sondern sich sogar einen
kleinen Vorteil erspielen können. Also freue ich mich mit ihm.
Nachdem ich noch erfuhr, dass Windach in einem zähen Kampf die Oberhand gegen Gräfelfing behielt und sich ein 2,5 : 1,5 erspielte, ging es erst einmal in die Mittagspause. Da wurde dann wie es sich gehört, Anja und mir als erste unsere Pizza vom freundlichen Wirt des Sportheims serviert. Zunächst war ich von Aussehen und Geruch dieser Speise angenehm überrascht, um dann nach dem ersten Bissen geradezu mit Genuss mein Mahl zu verzehren. Selten habe ich in einer Sportgaststätte eine derart leckere Pizza bekommen, Danke schön! Die Freude wurde bei mir nur durch die Auswahl und Lautstärke der "Beschallung" getrübt (Schlager der 70er Jahre, garniert mit dem Fliegerlied und gekrönt mit dem "alten Holzmichl"!), aber das ist eine rein subjektive Anmerkung...
Sämtliche Kinder genossen ebenfalls ihre Pizzen und hatten reichlich Spaß am ausgepackten Gartenschach, dem nahen Fussballfeld und selbstverständlich im "Wald". Vollkommen ausgeglichen, erholt und prall gefüllt mit frischer Luft begaben sie sich dann zu gegebener Zeit zurück in den Spielsaal für die zweite Runde, welche mit den Begegnungen Gräfelfing - SKK und Windach - Buchloe die Spannung auf hohem Niveau hielt. Wieder war es Robert, der als erster zu uns in den Biergarten kam. Auch diese Partie war von ihm in einem atemberaubenden Tempo gespielt worden, leider diesmal aber nicht mit Erfolg. Als zweiter gesellte sich (für mich vollkommen überraschend) Zarko zu uns, ebenfalls mit einer "0" auf seinem Konto. Als dann auch noch Anja mit hängendem Kopf auf uns zukam, war diese Runde besiegelt. Da änderte es auch nichts mehr, dass Erik sich dem kollektiven Durchhänger seiner Teamkollegen anschloss und gleichfalls auf einen Punkt verzichtete. Dass Buchloe gegen Windach ebenfalls unterlag, registrierten wir dann mit einigen Bauchschmerzen, denn so erhöhte sich der Druck auf unser Team beträchtlich. Und obwohl Alex sein gesamtes Geschick einsetzte, um unsere drei Jungs von ihren statistischen Rechnungen (wenn die so und so spielen, dann brauchen wir...) abzubringen und ihre
Gedanken auf ihr eigenes Schachspiel zu lenken, hatte ich ernste Bedenken, ob sie seinen wirklich guten Ratschlägen auch folgen würden.
Also beschloss ich, mir wenigstens selber keine Kringel ins Hirn zu machen und mich in der letzten Runde stattdessen vollkommen auszuklinken, indem ich eine kleine Siesta abhielt, während die anderen fünf versuchten, im und um den Spielsaal ihre Nerven im Zaum zu halten. Keine Ahnung, wie lange ich ruhte, aber mit dem Erscheinen von Erik war es damit definitiv vorbei. Ich war ihm jedoch wegen der Ruhestörung in keinster Weise böse, denn er hatte ja so schöne
Nachrichten für mich! Hocherfreut berichtete er mir, dass er seinen Gegner mit der "Stonewall-Attack" geradezu überrollt habe, weil dieser damit überhaupt nicht zurecht kam. Ebenso erfreut gratulierte ich ihm zum ersten Mannschaftspunkt in diesem wichtigen Duell. Daraufhin meinte Erik aber, dass es schon der zweite Punkt sei, weil Robert natürlich wieder in Windeseile sein Spiel absolviert hatte, diesmal aber zum Glück blitzsauber herausgespielt. Da war ich natürlich hellwach und fieberte dem Erscheinen des nächsten "Dreamlings" entgegen. Das war dann Anja, die aber leider keine frohe Botschaft für mich hatte. Sich der Wichtigkeit dieses Spiels überdeutlich bewusst (unglücklicherweise hatte sie die Rechenspiele der Jungs mitbekommen) wollte sie natürlich ihr Allerbestes geben und verfiel als natürliche Konsequenz in ihre alten Denkmuster. Logisches Ergebnis davon: sie hat auf Zeit verloren. Jetzt hing also wirklich alles von Zarko ab. Und erneut überraschte er mich aufs Äußerste. Ist es doch schier unglaublich, was dieser Junge innerhalb eines Jahres schachlich für eine Entwicklung hingelegt hat! Aber dass er das Kunststück fertig brachte, auch geistig so rasant zu reifen, ist für mich das eigentliche Wunder. Deutlich habe ich noch die Bilder im Kopf, wie ihm vor einem Jahr in Gräfelfing bei exakt der gleichen Situation die Nerven versagten und er auf wirklich tragische Weise sein Spiel verlor. Ich hoffte so sehr für ihn, dass es ihm diesmal anders ergehen möge. Und meine Hoffnungen wurden erfüllt! Zarko behielt nicht nur eisern seine Nerven, sondern auch die
Stellung im Griff, bis sein Gegner entkräftet aufgab. Das Dreamteam hatte gewonnen!!!
Aber reichte das nun aus, um ins Halbfinale einzuziehen? Gräfelfing hatte Buchloe weitere 3,5 Punkte abgenommen, so dass diese Mannschaft unangefochten auf dem 1. Platz lag. Der SKK und Windach lagen nach Punkten gleichauf. Was zählte nun als zweite Wertung? Der direkte Vergleich oder das Spiel gegen die erstplatzierten Gräfelfinger? Zum Glück
für uns war es der direkte Vergleich und somit hat sich unser Dreamteam spannungsgeladen aber erfolgreich ins Halbfinale gespielt. GRATULATION!!! Ich freue mich so sehr für und mit Euch!
Auf einer Wolke der Glückseligkeit getragen, machten wir uns dann wieder auf den Heimweg. Leider störten unsere Schwingungen aber wohl den Empfang von Simone. Jedenfalls fiel deren direkter Draht just an der heikelsten Kreuzung aus und sie verfiel stattdessen in eine hektische Suche im Äther. Sofort sprang meine mobile Reserve (= zweiohriges Navi) ein und verkündete: "Links abbiegen." Aber in diesem speziellen Fall war ich mir sooooo absolut sicher, dass wir nach rechts fahren mussten, dass ich den Hinweis ignorierte und lieber
(zum großen Schrecken von Erik und Zarko) meinem unvergleichlichen Gedächtnis vertraute. Damit hatte ich auch vollkommen recht gehabt, denn nun bewegten wir uns wie geplant auf die nahe gelegenen Autobahnauffahrten zur A96 zu. Leider habe ich mit dieser Aktion aber auch den Empfang meines Reservenavis gestört, so dass dieses vollkommen sprachlos war, als ich die Auffahrt Richtung München wählte (die Alternative "Lindau" erschien mir als komplett abwegig). Während Simone immer noch verzweifelt ihre Satelliten suchte, fand Alex aber zum Glück sehr schnell seine Sprache wieder und versuchte mir möglichst schonend beizubringen, dass wir uns nun in Richtung Ammersee bewegten, welcher sich zufällig exakt entgegengesetzt unseres Zieles befindet. Während ich mich noch wunderte, warum Lindau in Richtung Augsburg liegt, fand auch Simone endlich wieder Zugang zur Realität und unterstützte Alex mit ihrem Kommentar "Bitte wenden!". Also hörte ich auf die Beiden und fuhr bei nächster Gelegenheit auf die andere Seite der Autobahn und uns alle ohne weitere Schwierigkeiten nach Hause. Kurz vor Augsburg hatte Alex dann noch die spontane aber wunderbare Eingebung, uns alle zu einem Eis einzuladen. Dieses Angebot nahmen wir natürlich herzlich gerne und ausnahmslos an. Dazu kann ich nur sagen "VIELEN DANK!!!", ergänzt um den vielfach geäußerten, frommen Wunsch meiner Omi "Gott erhalte Dir die Gewohnheit." ;-)
Welch ereignisreiches Schachwochenende liegt da also hinter uns! Und ich kann mit Stolz sagen, dass der SKK durch den engagierten Einsatz seiner Mitglieder auf breiter Front glänzen konnte. Das verdient einen besonders dicken Eintrag in den Annalen der Vereinsgeschichte, ist zumindest meine bescheidene Meinung...
| Autor dieser Meldung: | Karin Grabowski | | Aufrufe: | Dieser Artikel wurde bisher 275 Mal gelesen. |
Kommentare zu dieser Meldung:
| von Jörg: |
Der SK Buchloe gratuliert Euch zum Weiterkommen der U12-Mannschaft und zu den Aufstiegen der 4. und 7.!! |
Ja, ich möchte zu diesem Artikel etwas sagen:
|
Terminvorschau:
Alle Saisontermine
Künftige Termine
Aktuelle Downloads:
|