Kreisliga II: Hauchdünner Sieg bei Caissa 2 mit 4 : 3

Nachdem die Kresslesmühle für lange Zeit wegen Renovierung geschlossen ist, trat Caissa im Ausweichquartier an; sah irgendwie aus, wie wenn man im Wohnzimmer noch ein paar Tische und Stühle reinträgt, damit unerwartete Gäste beschäftigt werden können. Das Gros der Begegnungen wurde im Bereich nahe der Tür ausgetragen (kurze Fluchtwege?), die erlesenen Bretter 1 und 2 saßen dann zwischen der Treppe ins Souterrain und dem Zugang zum Klo. Im Keller waren sportliche Mädels losgelassen, irgendwas mit Musik (oder so) und dazwischen anfeuernde Schreie ("ja, ja, ja!").

Brett 1: Die schnellen Beats motivierten wohl auch meinen Gegner, denn er spielte so rasant wie die Feuerwehr: Nach ca. 20 Minuten waren wir bei Zug 30 angekommen. Naja, ich hab mir angewohnt, über mögliche Fehler und Kombis mit Loch nicht zu lange nachzugrübeln, also gings auf beiden Seiten flott. In der Hektik langte dann mein Gegner einen falschen Bauern an, was zum sofortigen Einsteller eines Bauern führte. Im Doppelturm + 1 Leichtfigurenspiel parkte ich dann meine Türme auf den falschen Linien (dumme Angst wegen eines möglichen Bauernverlusts, der aber gar keiner war und dann verdarb ich meinen Vorteil in eine unentschiedene Stellung eher passiv für mich. :

Brett 4: Zu dem Zeitpunkt lagen wir allerdings bereits einen Punkt vorne: Caissa hatte die aus vergangenen Saison bewährte Strategie zurückgegriffen und war mit einem Spieler weniger angetreten (Brett 4 blieb frei). So kam Alex bei seinem ersten Einsatz in der 4.Mannschaft zu einem kampflosen Punkt. Wir waren aber gewarnt. 1 : 0

Brett 8: Erster Dämpfer: David spielte diesmal etwas uninspiriert und nach ein paar Tempoverlusten bog er dann stramm auf die Verliererstraße ein. 0 : 1

Brett 3: Bei Moritz sah es bereits nach der Eröffnung prima aus: Moritz hatte gegen einen Drachen im Sizilianer einen lehrbuchmäßigen Angriff auf den Königsflügel / Drachen aufgebaut; Läuferpaar in der Mitte, Bauernzentrum sowie Angriff auf der h-Linie. Der Gegnerschaute zwar lange in die Stellung, aber das ließ sich Moritz nicht mehr nehmen undverwandelte seine Vorteile zum matt. Sehr überzeugend. 1 : 0

Brett 2: Peter hatte den ganzen Tag unsere U12- und U16-Mannschaft betreut, hatte danach noch einen Uhrenkoffer von Rochade zu uns ins Klublokal zurückgebracht und war eigentlich urlaubsreif. Hut ab, dass er trotzdem für die Mannschaft antrat! Aber man merkte ihm die Belastung an, irgendwie fiel ihm am Brett kein konstruktiver Plan ein und seine Stellung wurde zunehmend passiv und immer schwerer zu verteidigen. Ein Bauer fiel und da hatte Peter dann keine Lust mehr, obwohl - wie anschließende Analysen zeigten - er zwar mit Quali und Bauer weniger durchaus Chancen gehabt hätte, die Partie remis zu halten (wenn der Gegner versucht, auf dem Damenflügel durchzubrechen, dann kann das für die eigene Königsstellung doof ausgehen). Er gab dann die Partie auf. 0 : 1

Brett 6: Werner hatte die Dame gegen mehrere Figuren gegeben und zeigte, dass er damit durchaus Kompensation hatte. Nach einigen Vereinfachungen an Material und Stellung war klar, dass die Dame das nicht mehr gewinnen würde, allerdings hatte auch Werner diesbezüglich keine Ambitionen mehr. :

Brett 7: Thomas hatte im Mittelspiel nicht immer die beste Fortsetzung gefunden, stand in der Königsstellung sehr beengt und hatte zudem einen Springer am Rand beim Damenflügel geparkt. Um mal Druck aus der Stellung zu nehmen gab er einen Turm gegen einen sehr starken Springer und hatte ein Bauernendspiel, bei dem ich keine größeren Beträge mehr auf Thomas gesetzt hätte. Allerdings bekam seine Gegnerin Ingrid im Zeitnot das Nervenflattern und ließ zu, dass am Damenflügel das Brett komplett geleert wurde und nur noch (Thomas) T+S+2B gegen (Ingrid) 2T + 2B übrig blieben und bei einer kompakten Stellung war jetzt ein Gewinnweg nicht mehr zu sehen. :

Brett 5 musste beim Stand von 3 : 3 die Entscheidung bringen. In komplizierter Stellung mit sehr offenen Königsstellungen (mit Material jeweils D+2T+L+S+5B) fand Erich stets den besten Zug, konnte zuerst nach Damentausch und Baunersturm einen zentralen Mittelbauern des Gegners erobern, die beiden Leichtfiguren abtauschen und nutzte dann die Stellung des gegnerischen Königs aus, um beide Türme zu tauschen; jetzt blieb er mit 2 Isolani Bauern am Damenflügel sowie 3 verbundenen Bauern am Königsflügel gegen 3 gegnerische Bauern am Königsflügel übrig. Das war dann der Klassiker im Endspiel, wo der entfernte Freimehrbauer die Partie gewinnt. In Kenntnis des Stands des Mannschaftskampfs kämpfte Werner zwar noch lange weiter, sah dann aber die Hoffnungslosigkeit seines Tuns ein. 1 : 0

Ach ja, ich hätte mir die Tabelle der Kreisliga II rahmen sollen: Nachdem wir lange Zeit das einzige gemeldete Ergebnis eingetragen haben, standen wir mit 6 : 2 Punkten an der Tabellenspitze. Nachja, das gibt sich leider im Lauf des Tages, wenn die anderen Ergebnisse eintrudeln werden. Sah aber schon sehr hübsch aus!



Autor dieser Meldung:Eckhardt Frank
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