Glanzlose Schlussrunde! - 2 ½ : 5 ½ gegen die Schachfreunde Augsburg 4

5. Mannschaft (Kreisliga III 2018/2019): Spielbericht 7. Runde

Die 7. und letzte Schachrunde dieser Saison begann bei herrlichem Sonnenschein auf dem Vorplatz des Drei-Auen-Bildungshauses. Es war wohl nicht ganz klar, wer wann den Schlüssel mitbringt und so warteten wir etwa 20 Minuten bis uns allen Einlass gewährt wurde.
Unsere Gegner hatten 2 Handicaps zu kompensieren: Eines ihrer Brett blieb unbesetzt und sie mussten ihre Partien mit 25 Minuten Zeitverlust bestreiten.
Deshalb gleich vorweg: Herzlichen Glückwunsch an die Schachfreunde zu ihrem verdienten Mannschaftssieg unter erschwerten Bedingungen, auch wenn es für den Aufstieg in die 2. Kreisliga nicht ganz gereicht hat. Es gibt also in der nächsten Saison eine Revanche.

Mike fiel bei uns aus familiären Gründen kurzfristig aus und Roman sprang zuverlässig ein.

— xxx —

Josef erhielt seinen Zähler am 5. Brett kampflos. 1 : 0.

Am 8. Brett spielte Roman mit Schwarz eine Ungarische Verteidigung. D.h. auf die Italienische Eröffnung spielt Schwarz den eher passiven Zug Le7, richtet sein Spiel ganz auf Verteidigung aus und Weiß muss Risiken eingehen, wenn er die schwarze Stellung knacken will. Aber "Grau, teurer Freund, ist alle Theorie …". Weiß ergatterte in der Eröffnung einen wichtigen Zentrumsbauern. Durch ein geschicktes Läuferopfer auf h7, auch bekannt als 'greek gift sacrifice', konnte er auch noch seinen Springer mit Schachgebot von seiner Dame entfesseln und die schwarze Stellung zerbröselte wie eine Sandburg. Roman wurde im 21. Zug mattgesetzt. 1 : 1.

An Brett 1 spielte Stefan (Weiß) gegen die Rubinstein-Variante (3.Sc3 dxe4) der Französischen Verteidigung. Die Kontrahenten tauschten Springer, fiancchettierten ihre weißfeldrigen Läufer, rochierten kurz und kamen gut aus der Eröffnung. Als das Zentrum sich öffnete pflanzte Schwarz seinen Springer in die Brettmitte und gabelte einen Turm und das bekanntermaßen schwache Feld f2 auf, das durch den von der Dame gedeckten Läufer jetzt zwei Mal angegriffen war. Das hatte Stefan übersehen, als er seinen Plan, die Türme gegenüber der gegnerischen Dame zu verdoppeln, umsetzen wollte. Obwohl Schwarz nur einen Mehrbauern hatte, war die Stellung hoffnungslos und Stefan gab wenige Züge später auf. 1 : 2.

Die nächste Niederlage erlitten wir an Brett 3. Elmar spielte mit Weiß gegen den beschleunigten Drachen im Sizilianer (Schwarz fiancchettiert hier seinen Königsläufer noch bevor er den d-Bauern entwickelt). Bis etwa zum 20. Zug gab es keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden. Dann eine kleine Ungenaugkeit seitens Elmar und sein Gegner konnte durch ein Damenschach eine Gewinnstellung erzielen. Schwer zu sehen, würde ich sagen. Schwarz gelang es, durch solide Vorbereitung und den Tempogewinn, seine Schwerfiguren optimal zu platzieren. Die offenen Linien und Diagonalen gehörten ihm, während die weißen Figuren sich am Damenflügel selbst im Weg standen. Elmar büsste zunächst die Qualität ein, dann wurde ein ganzer Turm daraus. An dieser Stelle zog er die Reißleine und legte seinen König nieder. 1 : 3.

Herbert spielte mit Schwarz am 2. Brett ein Königsgambit. Er nahm an. Auch diese Partie verlief über 30 Züge im wesentlichen in Remisbreite. Die Leichtfiguren fielen. Herbert verdoppelte seine Türme auf der offenen d-Linie, Weiß griff mit seinen Schwerfiguren am Königsflügel an. Ein ungenauer Verteidigungszug von Schwarz genügte und jetzt kippte die Stellung, Weiß stand auf Gewinn. Herbert kämpfte aber tapfer weiter, selbst als er schon 3 Bauern eingebüßt hatte. Es gelang ihm schließlich, mit einem Dauerschach und Stellungswiederholung, ein Remis zu erzielen, tolle Leistung! 1 ½ : 3 ½.

Rolf spielte an Brett 6 mit Schwarz ein Damengambit. Er lehnte ab. Rolf konnte in der Eröffnung eine gute Stellung für sich herausarbeiten. Er gab seinen Königsläufer für den Springer und verschaffte Weiß dadurch einen Doppelbauern. Leider ließ er im 17. Zug seinen d-Bauern hängen. Diesen Vorteil konnte Weiß durch Abtausch aller Figuren, bis auf je einen Turm, bis ins Endspiel halten. Ein fehlerhafter Bauernzug von Schwarz verschaffte Weiß einen weiteren Mehrbauern. Damit war die Partie für Weiß gewonnen. 1 ½ : 4 ½.

Ich (Patrick) spielte an Brett 7 mit Weiß wieder mal 1.d4 2.Lf4. Mein Gegner wartete ungewöhnlich lange mit der Entwicklung seines Königsläufers und schob stattdessen seine Bauernphalanx am Damenflügel in meine Richtung. Ich hatte durch Abtausch zweier Springer meinen Läufer auf e5 gebracht. Mein Plan war es, den Läufer wieder abzuziehen um meinen zweiten Springer dort zu positionieren. Mein Gegner nutzte die Gelegenheit um seinen Springer von f6 nach e4 zu bringen, er wollte wohl die Angriffsdiagonale für meinen Läufer verstopfen. Er hatte dabei aber übersehen, dass ich zuvor meine Dame - für eben diesen Fall - hinter den Läufer auf b1 platziert hatte. Ich konnte den Springer nehmen und danach den schwarzen d-Bauern mit meiner Dame gewinnen. Nachdem meine Dame am Königsflügel angekommen war, musste ich nur noch den Angriff gegen den mittlerweile kurz rochierten König inszenieren und die Partie wäre gewonnen gewesen. Das war aber definitv leichter gesagt als getan. Ich hätte durchaus eine Figur oder auch zwei geopfert, um den gegnerischen König schließlich kunstvoll mattzusetzen, nur leider konnte ich es nicht berechnen. Die Stellung war verzwickt und es ist fraglich, ob sie ein Opfer überhaupt erlaubt hätte, aber irgendwie musste ich meinen h-Bauern wegschaffen. Auch mein Gegner musste höllisch aufpassen, das kostete ihn wertvolle Zeit. Im Wettlauf gegen die Zeit veropferte ich mich schließlich, aber mein Gegner machte es mir nach. Ich hatte 2T + 7B gg. T + 2L + 4B. Mein Mattangriff verpuffte zwar, aber ich konnte ins Endspiel und mich auf weiteren Bauernfang machen. Letztendlich fiel bei meinem Gegner das Blättchen und er verlor die Partie auf Zeit. 2 ½ : 4 ½.

Am 4. Brett spielte Ralf mit Schwarz eine Wiener Partie mit Zugumstellung (klassisch 1.e4 e5 2.Sc3). Weiß rochierte lang, obwohl seine Bauern am Damenflügel bereits vorgerückt waren. Das sah auf den ersten Blick ziemlich riskant aus. Ralf investierte einen Läufer, um 2 weiße Bauern zu nehmen und den gegnerischen König zu entblößen. Er konnte sogar noch einen 3. Bauern abholen, aber der König zog sich wieder auf sein Startfeld zurück und war dort erstaunlich sicher. Schließlich mündete die Partie in ein Endspiel mit 3 Mehrbauern gegen einen Läufer. Materiell an sich ausgeglichen, aber doch nicht zu halten für Schwarz. Weiß hatte König und Läufer am Königsflügel so positioniert, dass kein Durchkommen war. Am Damenflügel hingegen konnte Schwarz die Umwandlung eines weißen Bauern nicht mehr verhindern. Ralf verlor seine Partie schließlich ebenfalls auf Zeit. 2 ½ : 5 ½.

Das war‘s für diese Saison!

Mit 4 : 10 Punkten hat es leider nur für den 7. Platz gereicht.
Für diejenigen, die es interessiert, hier die Einsatzstatistik unserer 5. Mannschaft:
Mehr dazu findet man natürlich im Ligamanager.

 

Einsatzstatistik ‘Kriegshaber 5‘ - Kreisliga III 2018/2019
Nr. Spieler DWZ Runde 1 2 3 4 5 6 7 Partien %
1 Stefan Kiechl 1612 0 0 * ½ 0 1 0 1,5 6 25 %
2 Herbert Birkle 1452 0 0 1 0 0 + ½ 1,5 6 25 %
3 Elmar Bartel 1446 0 ½ 1 0 0 1 0 2,5 7 36 %
4 Michael Kling 1381 1 * * 0 - 0 * 1,0 4 25 %
5 Ralf Gerber 1379 1 0 0 ½ ½ 1 0 3,0 7 43 %
6 Dr. Josef Fischer 1357 1 1 0 1 1 0 + 4,0 7 57 %
7 Rolf Dörr 1238 0 1 0 0 * * 0 1,0 5 20 %
8 Dr. Patrick Kreisberger 1271 1 1 0 ½ ½ ½ 1 4,5 7 64 %
12 Mike Gröger 1327 * * 0 * * * * 0 1 0 %
15 Daniel Kreisberger 1022 * * 0 * * 0 1 0 %
16 Roman Ziegler 1144 * ½ * * 1 + 0 1,5 3 50 %

 

— xxx —

Was meine Wünsche vom Ende der letzten Saison betrifft:
Das mit dem Team-Geist empfand ich schon als viel besser, bei unserer spielerischen Leistung müssen wir aber unbedingt noch ein oder zwei Schippen drauflegen!

Ich bedanke mich herzlich bei allen Stamm- und Ersatzspielern für deren Einsatz!!!
Ich hoffe alle hatten Spaß am Schachspielen - unabhängig davon ob die Partie gewonnen oder verloren war.
Ich hatte sowohl viel Freude am Job des Mannschaftsführers als auch an den einzelnen Partien, die ich gespielt habe. Unsere Mannschaft hat Kampfgeist bewiesen und jeder hat sein bestes gegeben. Nicht zuletzt dank meines Freundes und Trainers Denis Wiegner aus unserer 1. Mannschaft - an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön von mir für seine Zeit und Engelsgeduld! - kann sich meine Leistung in dieser Saison durchaus sehen lassen (Bestenliste Kreisliga III: Rang 6). Auch ich muss mich natürlich unbedingt weiter verbessern.

"Du kannst im Schach nur gut werden, wenn du das Spiel liebst!" (B. Fischer)

Auf ein Wiedersehen in der nächsten Saison.



Autor dieser Meldung:Patrick,Dr. Kreisberger
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Kommentare zu dieser Meldung:

Name und ZeitpunktKommentar
Lothar schrieb am 10.04.2019 gegen 18:24 Uhr An VicePresident: Versuchs mal mit Krieg und Frieden von Leo Tolstoi. Der Schinken reicht locker über die Sommerpause hinweg.
VicePresident schrieb am 08.04.2019 gegen 19:33 Uhr Was schon die letzte Runde der KK3? Das heißt ja kein Bericht mehr von unserem Patrick... :-( Was soll ich nun in der Sommerpause lesen... :-)


Der vorliegende Bericht ist älter als ein Jahr und kann daher nicht mehr mit Kommentaren versehen werden!
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