26. AFRO 2019 - Liveblog



11.08.2019


09:30 Uhr: Die letzte Ansage Lothars ist durch, ihr Inhalt wäre aber auch ganz geeignet, um hier zu stehen:
Viele haben bereits gefragt, um wieviel Uhr die Siegerehrung ist. Antwort: Wissen wir doch auch nicht! Beim Fischermodus ist es einfach nicht abzusehen, wann die letzte Partie vorbei ist. Danach wird alles ausgewertet und wir beginnen damit. Kleiner Tipp: Je mehr nach den finalen Partien zu uns kommen, desto länger wird es dauern. Und jetzt Feuer frei für die letzte Runde!

10:20 Uhr: Und wieder ist es fast eine Stunde lang ruhig im Blog, was vor allem daran liegt, dass ich einen kurzen Abstecher nach Hause machen musste, denn was man nicht morgens im Kopf hat, hat man während den Partien in den Beinen.
Ebenfalls mit Abwesenheit geglänzt haben zu Beginn dieser Runde einige Spieler, manche haben wenigstens vor dem Auslosen bescheid gesagt, manchen ist es erst spät Abends eingefallen und manche lassen ihren Gegner hier noch bis in zehn Minuten sitzen und vergeblich warten. Ob der Punkt die Warterei ausgleicht ist allerdings fraglich...

10:40 Uhr: Zu den zahlreichen Aufgaben, die ein AFRO mit sich bringt, gehört wohl neuerdings auch erkälteten Teilnehmern einen Bronchialtee aufzusetzen. Was man nicht alles für glückliche Spieler macht...

11:00 Uhr: Beide Spitzenbretter sind schon fertig und beide sehen nach Vorentscheidung aus: In Gruppe B hat Helmut Specht mit seinen sechs Punkten den Vorsprung uneinholbar gemacht und sich damit den Gruppensieg gesichert, Gratulation an dieser Stelle! Stefan Mazur in A kann dagegen noch ein- aber nicht mehr überholt werden, es kommt also auf das Buchholzroulette an, wer Gruppe A endgültig gewinnt, aber momentan sieht es gut für den Topgesetzten aus.

11:22 Uhr: Wenn sich Verwirrung schriftlich äußert: Ein Partieformular, das uns aus Gruppe A erreicht, hat in der Spalte Eröffnung nur den Kommentar "komisch" stehen. Allzu irritiert kann der Spieler aber nicht gewesen sein, denn gewonnen hat er trotzdem. Dass bei der langen Liste der Schacheröffnungen eine mit Namen Komisch heißt bezweifle ich allerdings, aber man lernt ja nie aus...

12:10 Uhr: Da wollte ich gerade auch hier die Änderungen, die sich heute in Gruppe A ergeben haben, auf meinen PC ziehen, da stürzt sich SwissChess zum zweiten Mal dieses Turnier in den Freitod. Gut, dass wir alle Ergebnisse auch auf Papier notieren, sonst müsste ich mich jetzt durch einen Blätterwald an Formularen kämpfen.

12:20 Uhr: Wenigstens waren die Ergebnisse, die es mit ins Verderben gerissen hat, weniger als zehn, allerdings fehlen jetzt ein paar im neusten B-Update, das nächste ist dann wieder ganz aktuell und vollständig.

12:59 Uhr: Es freut mich zwar für die Spieler, dass sie nach ihrem letzten Spiel schön locker drauf sind, allerdings vergessen manche dabei, dass das ein Schachturnier ist. Witzigerweise sind es meistens die lautesten, die sich bei eigenen Spielen über fehlende Turnierruhe beklagen.

13:10 Uhr: Die kurioseste Notation war wohl eindeutig eine der aktuellen: Spieler 1 hat notiert, er habe mit Schwarz verloren, Spieler 2 schreibt mit, dass er mit Schwarz verloren hat. Des Rätsels Lösung: Sie haben sich falsch hingesetzt und einer von beiden hat es so mitgeschrieben, wie es auf der Paarungsliste stand, während Spieler 2 einfach danach gegangen ist, wer am Ende wo saß. Gut, dass einer davon Kriegshaberaner ist, sonst hätten wir völligen Quatsch ausgewertet.

13:43 Uhr: B ist durch! Und hier ein neuer Regelvorschlag von meiner Seite: Für jeden, der fragt, wann Siegerehrung ist, wird diese eine halbe Stunde nach hinten verschoben. Wenn wir das durchziehen würden, könnten wir uns irgendwann in drei Wochen wieder alle hier treffen...

14:44 Uhr: Nahezu zeitgleich enden die letzten beiden Spiele, wir machen uns an die Arbeit.

15:15 Uhr: Und das war's! Alles ist ausgewertet, jetzt noch das Vorbereiten der Sachpreise für die Jugendlichen und der Geldpreise für die Gewinner, und das 26. Augsburger Friedensfest Open ist mit der bevorstehenden Siegerehrung offiziell beendet! Wir machen uns danach noch an den Abbau und treten die Reise erst zum großen SKK-Abschlussessen beim Italiener unseres Vertrauens an, bevor sich alle Beteiligten in den wohlverdienten Feierabend (für heute) stürzen.

Nachdem mein Vater immer die offizielle Danksagung schreibt, möchte ich diese Plattform auch noch nutzen, um sagen zu können: Danke! Zum einen an alle, die uns hinter den Kulissen unterstützt haben; ohne unsere SKK-Mitglieder, die beim Aufbau, in der Verpflegung und beim Einkauf ständig bereit sind zu helfen und einzugreifen, damit alles flüssig läuft. Die Danksagung, die ihr heute Abend auch noch hier finden solltet, enthält (hoffentlich) alle Namen, jeder einzelne davon ist dafür mitverantwortlich, dass wir auch nach 26 Jahren das ganze hier so in dieser Form wieder abhalten konnten.
Ein Name, der allerdings nirgends zwischen den netten Worten auftaucht, ist der von dem Menschen, der seit der allerersten Ausrichtung immer alles für das Turnier gibt und ohne den es nicht nur das AFRO sondern auch die gesamte Jugend- und Mannschaftsarbeit in unserem Verein so heute nicht geben würde: Mein Vater und unser jahrzehntelanger Vorsitzende, Eckhardt Frank. Was er hier Jahr für Jahr, Turnier für Turnier und jede Woche am Klubabend für diesen Verein und den Schachsport macht, ist meineserachtens einmalig und verdient allen Respekt, den man menschenmöglich nur zollen kann. Auch ich kann nur sagen: Danke für alles, was du weit länger als es mich überhaupt gibt für jeden einzelnen in unseren Reihen tust, das ist weder selbstverständlich noch irgendwo im Rahmen eines ganz normalen Ehrenamtes, das ist etwas ganz besonderes!

Allen Spielern wünsche ich eine gute Heimreise, ich hoffe, wir konnten euch ein spaßiges Turnier bereiten und dass ihr selbst wenn vielleicht nicht alle Spiele nach Plan liefen trotzdem ein schönes Wochenende mit uns hatten. Danke für die Teilnahme, die netten Worte zu Turnier und Blog und für ein angenehmes, faires AFRO, das trotz allem Stress einigen Spaß beim Organisieren bereitet hat. Ich hoffe, wir sehen möglichst viele von euch beim 27. Friedensfest Open nächstes Jahr (6.-9. August 2020) oder vielleicht sogar schon früher, z.B. bei unserem Weihnachtsopen Ende Dezember.

10.08.2019


09:00 Uhr: Guten Morgen am dritten Tag des diesjährigen AFROs! Deutlich angenehmeres Schachwetter heute, statt den drückenden 30° von gestern beschert uns der Samstaghimmel bisher noch angenehme 20 bei immer wieder leichten, kühlenden Niederschlägen. Hier werden jetzt noch die Uhren eingestellt und dann kann es von unserer Seite auch schon losgehen.
Für das Mittagessen hat sich mein Vater heute besonders reingehängt: Nudeln mit entweder einer Käse-Sauce oder einer Bolognese wie in Italien bei Mamma!

09:50 Uhr: Pünktlich um halb wurde zur fünften Runde geläutet.
Währenddessen kämpfen wir hinter den Kulissen mit der Mülltrennung, da die Wirtin der im gleichen Gebäude ansässigen Gaststätte uns das Leben mal wieder einfach aus Prinzip mies machen möchte: Da wir ihre Mülltonnen trotz der Tatsache, dass wir hier Miete zahlen, nicht benutzen können (das wäre ja wie Diebstahl oder ein Raubüberfall mit Mord, nur noch viel schlimmer!) mussten wir auf die städtischen Müllsäcke zurückgreifen, bei denen wir für die Abholung zahlen. Problem dabei: Die gibt's nur in grau, also findet Mülltrennung jetzt so statt, dass Papier und Verpackungen in die heimischen Tonnen der Helfer verteilt werden. Umweltschutz wird in dieser Gaststätte wohl nicht allzu groß geschrieben dann achten wir halt darauf.

10:59 Uhr: Da laufe ich mit einer Quittung in der Hand durch den Analysebereich, als mich eine Mutter bittet, ihr ebenfalls eine zu bringen, da ich sie gerade so praktisch daran erinnere. Selber schuld sagt sie noch, und was hat sie? Recht hat sie. Aber dafür ist unser schicker neuer Quittungsblock ja da.

12:10 Uhr: Die Ruhe hier im Blog die letzte Stunde hat einen Grund: Ich konnte nicht länger ständig durch die Küche laufen und die Bolognese riechen, ohne mir was davon zu holen. Und wir haben ja schon als Kinder gelernt, mit vollem Mund bloggt man nicht!

12:30 Uhr: Auch wenn das Wetter heute für Schachturniere mehr als geeignet ist, hat es den großen Nachteil, dass die meisten direkt vor der Halle im Analyseraum verharren statt draußen, wo die Lautstärke eines Gesprächs relativ wurscht ist. Also haben mein Vater und ich draußen mal alles notdürftig trocken gewischt, in der Hoffnung, dass einige ihre Diskussionen nach draußen verlagern und dadurch die Wirtshausstimmung vielleicht wieder etwas zurück geht. Aber wehe, man stört genau die gleichen, die sich jetzt schon zehn mal ermahnen ließen bei ihrere Partie, das wäre ja eine Frechheit...

12:37 Uhr: Timing ist echt nicht mein bester Freund: Nicht mal eine Minute nachdem ich ein Update für beide Gruppen losschicke, kommt das Ergebnis von Brett 1 in Gruppe A zu uns. Für alle, die es gerne jetzt schon gerne wissen würden... tja, müsst ihr wohl auf die nächste Aktualisierung warten!

12:40 Uhr: War doch nur ein Witz, der Topgesetzte Stefan Mazur holt den fünften Punkt im fünften Spiel und bleibt damit auf Kurs in Richtung Turniergewinn, er ist seit gestern Abend schließlich der einzige im Turnier mit voller Punktzahl.

13:23 Uhr: Als Lothar vor dem Turnier zu mir meinte, dass es eigentlich schon beeindruckend ist, wie wir seit 25 Jahren dieses Turnier auf die Beine stellen können, ungefähr die halbe Zeit davon hier beim TSV, und trotzdem gab es noch nie eine Art Plan zur Bestuhlung und alle standen beim Aufbau recht ratlos da. Also habe ich die Verteilung der Tische und Bretter mal schnell notiert, schön getrennt nach Gruppe, um erst danach zu merken, dass beide genau gleich aufgestellt sind. Naja, doppelt hält besser.

13:38 Uhr: Mittlerweile ist im B Turnier nur noch Brett 6 offen, während es im A knapp eine Stunde vor geplantem Rundenende noch vier Stück sind; sieht also weiterhin nach einem guten Zeitplan aus dieses Jahr. Update folgt in Kürze.

14:24 Uhr: Früher als ich damit gerechnet hätte (weswegen ich auch genau zu diesem Zeitpunkt nicht da war) kamen plötzlich Schlag auf Schlag alle restlichen Partien, und aus dem Update in Kürze wurde eins in fast einer Stunde. Naja, dafür ist jetzt alles da. Und ich habe noch über eine Sunde Schonzeit.

15:38 Uhr: Seit bald zehn Minuten läuft die vorletzte Runde und schon liegen die ersten beiden Remis bei uns auf dem Tisch. Ehrgeiz und Kämpferwille pur, wie ich sehe...

15:45 Uhr: Begründung für eines der beiden Remis: Wir haben vor dem Losen der Runde den Test auf Vereinsgleichheit nicht an gehabt. Die Beschwerde ist ja an sich sogar halbwegs nachvollziehbar, wenn wir nicht schon in Runde 6 wären. Mir wäre sogar neu, dass SwissChess das überhaupt zulässt zu so einem späten Zeitpunkt, aber irgendjemand muss ja die Schuld haben. Und wer, wenn nicht wir?

16:25 Uhr: Beeindruckend ist auch der Verbrauch an Papierhandtüchern auf den Toiletten. Essen manche der Spieler die Dinger? So nasse Hände, dass man dermaßen viele davon braucht, sind doch rein physikalisch unmöglich, da bräuchte ja jeder hier Hände mit 5m² Oberfläche...

17:05 Uhr: Für alle, die sich fragen, was eigentlich mit dem letzten Schluck Kaffee in der Kanne passiert, der fast immer ein wenig Bodensatz enthält: Vorhin komme ich in die Küche und sehe meinen Vater eine Tasse absetzen und mit einem leicht verächtlichen Gesichtsausdruck etwas kauen. Lecker. Hier in Schwaben wird eben nix verschwendet und weg gekippt!

17:25 Uhr: Gruppe B liefert schon relativ früh einige Ergebnisse, während sich in A noch kaum ein Update lohnt.
Währenddessen wird meine Laune durch eine sich anbahnende Niederlage des FC Augsburg gegen einen Viertligisten nicht wahnsinnig erhellt. Immerhin lenkt mich dann der Liveticker nicht zu stark ab, das tu ich mir jetzt nicht unbedingt an.

17:46 Uhr: In Gruppe B könnte in dieser Runde eine quasi-Vorentscheidung fallen: Bretter 2, 3 und 4 haben allesamt Remis gespielt, während an Brett 1 die zwei einzigen mit 4,5 Punkten noch kämpfen. Wenn es hier einen Sieger gibt, kann er sich also von nahezu allen direkten Konkurrenten um einen ganzen Punkt absetzen, wodurch demjenigen morgen ein Remis zum Sieg reicht. Lediglich von Brett 5, wo mit Christian Schuster der letzte noch spielende mit 4 Zählern sitzt, kann das noch strittig gemacht werden.

18:20 Uhr: Obwohl die leichten, kühlenden Niederschläge, die ich heute früh erwähnt hatte, zwischendrin sintflutartigem Platzregen gewichen sind, bekommen wir jetzt tatsächlich noch einige Sonnenstrahlen ab, die aber die Gegend nicht wieder so unerträglich aufheizen. Das hat zur Folge, dass jetzt auch draußen analysiert wird, also sind sowohl das Wetter als auch die Lautstärke (größtenteils) mehr als gut erträglich hier. Warum nicht gleich so?

19:25 Uhr: In Gruppe A ist alles relativ ruhig und die Ergebnisse kommen gemächlich reingeplätschert, dafür tut sich in B so einiges: Brett 1 und damit der Vorsprung von einem ganzen Punkt geht an Helmut Specht, aktuell ist noch eine Partie offen, da das Ergebnis von Brett 8 genau während ich hier tippe mich erreicht. Es kehrt allmählich wieder mehr Ruhe ein, die Spieler wollen verständlicherweise die überraschenden Sonnenstrahlen genießen und noch etwas aus dem Abend machen.

20:20 Uhr: Wohl ein gutes Stück vor Gruppe A beendet das B-Feld seine letzte Partie und ermöglicht uns es damit, beide Felder getrennt zu machen. Ist ganz praktisch, da ich bei zu viel auf ein Mal eventuell das ein oder andere Mal durcheinander gekommen bin (wer direkt nach Upload immer die neuen Beiträge gesehen hat könnte ab und zu von einer falschen Überschrift verwirrt worden sein, gut dass ich immer nochmal geschaut habe, sonst würde hier jetzt viel Käse stehen).

20:44 Uhr: Das letzte Brett des Tages ist schon wieder das vom jungen Daniel Hoppstädter. Papa Marco ist sich inzwischen fast sicher, dass der das mit Absicht macht um seinen Vater zu ärgern, aber immerhin ist er keiner der Betreuer, die ihre Kinder regelmäßig ermahnen müssen, ihre Zeit auch zu nutzen...

21:00 Uhr: Nach einem Wahnsinnskampf auf beiden Seiten ist nun auch die letzte Partie beendet. Für diese Leistung (die deutlich über die fünf Stunden ging, die beim alten Zeitmodus das Maximum waren) hätten eigentlich beide den ganzen Punkt verdient, aber das geht halt leider auch nicht. So geht der längste Tag des diesjährigen AFROs seinem Ende entgegen und wir machen uns an die Loserei und Putzerei bevor wir die Anlage bereit für das große Finale hinter uns lassen. Alle neuen Paarungen findet ihr in ein paar Minuten, hoffentlich von Beginn an richtig.

09.08.2019


08:55 Uhr: Guten Morgen, Freunde des Denksports! Auch wenn wir heute mit einem heißeren Tag als gestern rechnen müssen (da kommen direkt Erinnerungen an die Hitzewelle letztes Jahr hoch...) denke ich, Tag 2 sollte ähnlich gut wie der gestrige laufen. Die ersten Spieler finden sich langsam ein und die Halle sieht so weit bereit aus, in der Küche wird auch schon alles für das Chili am Mittag vorbereitet. Eine halbe Stunde noch bis es los geht, hier scheinen alle so weit zu sein.

09:33 Uhr: Pünktlich um halb 10 läutet Lothar zu Runde 3.
An dieser Stelle übrigens der Hinweis: Die ersten Fotos, die gestern gemacht wurden, sind mittlerweile bei uns auf der Homepage zu finden, unter Fotogalerie findet ihr die noch wachsende Galerie zu diesem AFRO, und für Interessierte natürlich noch Bilder von weiteren Turnieren, die wir so betreiben. Vielleicht kommt ja Interesse auf, zum Beispiel unser Weihnachtsopen zu besuchen...

09:48 Uhr: Auch interessant: Schiedsrichter bringt defekte Uhr aus dem B Turnier, nimmt die Batterien raus und das Ding läuft weiter. Als er sie dann wieder einsetzt, scheint sie sogar wieder ganz zu funktionieren. Diese ganze Technologie kann einen doch nur überfordern.

10:32 Uhr: Wie man es macht, macht man's falsch:
Nachdem wir gestern die Toiletten feucht durchgewischt und über Nacht zum Trocknen ließen, stiegen unbekannte mit dreckigen Schuhen (Wenn auch nicht sehr unbekannt, da Verschmutzung dieses Ausmaßes eher durch benutzte Fußballschuhe geschieht) durch den frisch geputzten Raum und boten uns damit einen erschreckenden Anblick heute morgen. Als wir also nach ein Mal feucht durchwischen das ganze 10 Minuten ruhen ließen (wäre auch sinnbefreit direkt wieder 20 Leute mit Straßenschuhen da rein zu jagen) und sogar immer wenn das Frauenklo leer war dieses als Alternative anboten, kam tatsächlich eine Beschwerde bei den Schiedsrichtern an. Also große Entschuldigung, dass wir versuchen das ganze hier sauber und halbwegs hygienisch zu halten...

11:47 Uhr: Hastige Favoriten: In beiden Gruppen ist Brett 1 mittlerweile fertig gespielt, relativ früh also für die dritte Runde des Turniers. Ob dies jetzt am neuen Spielsystem dieses Jahr liegt oder an der Kombination aus dem warmen Wetter und dem Bärenkeller-Freibad in der Nähe sei mal dahin gestellt.

11:57 Uhr: Und wieder erfreut uns das Fischer-System mit so mancher Kuriosität: An einem Brett im A-Feld kämpft Spieler Eins um seine letzten Sekunden vor dem 40. Zug während sein Gegner mit 20 Minuten mehr als zu Beginn sich ein richtiges Ruhekissen erblitzt hat.

12:33 Uhr: Mittlerweile ist die Partie aus meiner letzten Meldung vorbei, Schwarz verliert zwar, seine Uhr zeigt aber stolze 1:54. Das entspricht bei seinen gut 50 Zügen einer Rate von ungefähr einer halben Minute pro Zug, da hatte wohl jemand heute Mittag einen Termin, den er nicht verpassen wollte. Oder Hunger. Beides ist verständlich...

13:13 Uhr: Gruppe B hat es heute etwas eiliger als sonst, seit gut 20 Minuten werden dort nur noch zwei Bretter bespielt, in der A sind es dagegen noch 13. Das mit dem Freibad in der Nähe muss sich rumgesprochen haben, vor allem nachdem die Halle sich heute doch stärker erhitzt als gestern. Die 30° auf meiner Wetter-App würde ich jedenfalls sowohl außerhalb der Halle als auch darin so unterschreiben.

13:31 Uhr: Die Zahl der Partien in Gruppe A sinkt langsam aber sicher, und wieder sitzt Daniel Hoppstädter als einer der geduldigsten an seinem Brett. Noch beeindruckender wird diese Konzentrationsleistung, wenn man bedenkt, dass Papa Hoppstädter (dem ich übrigens zu großem Dank verpflichtet bin, da er heute, an seinem Geburtstag, mit der problematischen Toilettensituation mehr als hilfreich war und sich ohne zu zögern die Hände schmutzig und den Boden sauber machte) dem Junior für Mittags eigentlich den Besuch im Freibad versprochen hatte. Aber man hat halt Prioritäten!

13:40 Uhr: Den aufmerksamen f5-Drückern, die auf der Homepage nur so auf neue Infos lauern, wird aufgefallen sein, dass Gruppe B durch ist. Wir losen und bringen euch dann die neue Fortschrittstabelle und die Paarungen.

13:47 Uhr: Fun Fact am Rande: In Gruppe B hat schon nach drei Runden keiner der Spieler mehr die volle Punktzahl, jeder hat also schon mindestens einen halben liegen gelassen. Das macht das ganze Feld natürlich deutlich interessanter und bringt so manchen Spieler an die vorderen Bretter, der damit vielleicht selber gar nicht gerechnet hat. Ein davon "Betroffenener" ist unser SKK-Jugendspieler Bastian, der Achtung, Spoiler nächste Runde bis an Brett 2 nach vorne rutscht.

14:18 Uhr: Mein persönliches AFRO-Highlight: Unser Viererteam der Turnierleitung wird von meinem Vater mit Eisbechern überrascht! Vater und Sohn Hoppstädter wurde für die super Hilfe am Vormittag auch welches mitgebracht, blöd nur, dass ausgerechnet die Partie von Daniel die noch einzige laufende ist.

14:46 Uhr: Kommentar Lothars zum Auslosen auf SwissChess: Windows heißt auf indianisch "weißer Mann, der auf Sanduhr starrt"

15:00 Uhr: Runde 3 ist beendet und alles ist online, 30 Minuten bis Beginn der nächsten Partien. Jetzt einfach mal kurz raus setzen...

16:36 Uhr: Ganz schön still hier im Blog, liegt aber vor allem daran, dass ich mich für Nachweise von Bezahlungen durch gefühlt 20 Listen und doppelt so viele Kontoauszüge quälen muss. Macht übrigens keinen Spaß, falls meine Formulierung das nicht klar genug macht.
Währenddessen flattern schon die ersten B-Ergebnisse bei uns rein, während in Gruppe A fleißig nach über einer Stunde noch alle Bretter bespielt werden. Aber ist auch kein Wunder, draußen ist es noch wärmer als hier... wahrscheinlich zum ersten Mal überhaupt.

17:17 Uhr: Nach einem Kampf mit mehreren Blätterwäldern und noch mehr frischen Formularen bin ich hier endlich wieder up to date und kann das nächste Update liefern.
Inzwischen wird das Wetter zunehmend heißer und der Analysebereich zunehmend lauter, keins von diesen beiden macht das ganze hier spaßiger, leider auch nicht für die Spieler. Kleiner Tipp für alle im Vorraum: Wenn man mal länger als ein paar Sekunden leise ist, wird man auch nicht alle paar Minuten von uns angeschnauzt. Kinderleicht, oder?

18:15 Uhr: Dass ich die ganzen Namen für Quittungen rausgesucht habe, bringt mir jetzt ziemlich wenig, so ganz ohne den Stick mit der Vorlage zum Ausdrucken. Naja, bereite ich halt mal ein Update vor.

18:40 Uhr: Beide Spitzenbretter im A-Turnier sind entschieden, an beiden gewinnt jeweils der Titelträger, Brett 1 geht an IM Stefan Mazur (gesetzt auf 1) und den Sieg an Brett 3 holt sich IM Aco Alvir (auf 3 gesetzt).

19:30 Uhr: In Gruppe B ist noch eine Partie am laufen, in A noch eine ganze Handvoll.
Ich kümmere mich währenddessen um das Rätsel, wohin meine Kugelschreiber ständig verschwinden; habe allein heute schon drei Stück vergeblich gesucht und trotzdem wird der Vorrat an Ersatzstiften nicht merklich weniger. Sehr mysteriös...

Mittlerweile ist wenigstens mit der großen Zahl an Leuten auch die Wirtshausstimmung aus dem Analysebereich verschwunden. Welch angenehme Ruhe!

20:45 Uhr: Man kennt es: Ewig plätschern die letzten paar Partien so vor sich hin, und zack, auf einen Schlag alles durch. Also alles losen, alles drucken und alles rausschicken und schon können wir hier klar Schiff machen. Wobei das Wort schon doch ein bisschen an der Realität vorbei schrammt. Langsam aber sicher ist hier alles erledigt und wir können uns selbst in den Feiertag entlassen. Also allen Lesern gute Nacht, allen Spielern gute Erholung und auf einen frischen Start in Tag 3 morgen früh.

08.08.2019


10:00 Uhr: Pünktlich zum Augsburger Friedensfest 2019 beginnt genau an unserem lokalen Feiertag das 26. AFRO, nach einer gewohnt hektischen Anmeldung sitzen alle Spieler nun an ihren Brettern und bis auf das typische Geraschel und Geflüster ist so weit Ruhe eingekehrt.
Die Vorbereitungen waren wie jedes Jahr mit zahlreichen Helfern gesegnet, ohne die das Projekt Friedensfest Open schon längst nicht mehr organisiert werden könnte, doch ganz ohne dass etwas schief läuft wäre ja langweilig. So standen wir bis wenige Stunden vor Aufbau gestern mit nur einem der zwei Schlüssel für unseren Ausrichtungsort, dementsprechend konnten wir weder die Küche noch den Raum mit unseren Stühlen öffnen bis kurz bevor die Tische ankamen. Doch ein paar panische Anrufe seitens unseres Vorsitzenden später war das ganze geklärt, und alles konnte für heute in die Wege geleitet werden. Mein Muskelkater vom Kühlschränke und Tische tragen, zum Beispiel.

10:20 Uhr: Für alle, die gerade zu Hause auf die Auslosung von Runde 1 warten: Sorry! Nach einem Upgrade unserer ganzen Technik hier bin ich noch etwas mit allem überfordert. Paarungen folgen in ein paar Minuten, wenn Opa hier besser zurecht kommt. Mit 20 schon ahnungslos von der Technik hier... ich werde alt.

10:45 Uhr: Keine Stunde ist gespielt und schon lohnt es sich, ein Update für die B'ler raus zu schicken, Brett 1 ist schnell vorbei. Sonst ist hier alles ruhig und friedlich und das Wetter ist auch nicht so gnadenlos heiß wie letztes Jahr. Sieht bisher nach einem guten Start in's Turnier aus, aber das traue ich mich gar nicht laut auszusprechen.

11:20 Uhr: Der Altersdurchschnitt ist dieses Jahr in der Küche massiv gesunken, was vor allem an Fabian Birkle liegt; mit gerade mal neun Jahren unterstützt er fleißig das Team um Herbert Birkle und ist schon am ersten Tag total souverän am Helfen. Junge Freiwillige wie er und Lucas, der Sohn von Stefan Schneider, der beim Aufbau fleißig dabei war, halten unser AFRO für die Zukunft am Leben, deshalb zolle ich an dieser Stelle den beiden Jungs meinen Respekt!

11:55 Uhr: Schön, wenn jemand testen will, wie wach die Turnierleitung wirklich ist, zum Beispiel, indem die Spieler an gleich zwei Partien fest überzeugt sind, am selben Brett zu sitzen. Man wird auch nicht weniger verwirrt, wenn beide noch dazu das gleiche Ergebnis erzielen. Aber Pech gehabt, wir merken alles!

12:05 Uhr: Der Fischermodus als Bedenkzeit bringt schon so manche Besonderheit mit sich. Eine solche Besonderheit ging eben in Gruppe A zu Ende: Während Spieler 1 mittlerweile mehr Zeit auf der Uhr hat als die 90 Minuten vor Rundenbeginn, muss sein Gegenüber schon fast blitzen, damit der 30-sekündige Bonus pro Zug ihm den Hals rettet. Jetzt ist die Eile allerdings vorbei, wer eineinhalb Stunden mehr hat als sein Gegner, tendiert halt doch zu den besseren Zügen.

13:05 Uhr: Wenn der Spieler, der letztes Jahr schon trotz eigentlich recht guter Leistungen nur am jammern war, das Remis in Runde 1 (bei seinem ersten AFRO in Gruppe A, wohlgemerkt) mit den Worten Ich hab's überlebt kommentiert, will man ihm direkt ein paar motivierende Tritte in den Allerwertesten verpassen. Einstellung ist hier das A und O!

14:00 Uhr: Prioritäten setzen heißt, dass die Küche mal eben fragt ob mein Vater (der Turnierleiter) vorbei kommen kann um zu verraten, was alles in seinen guten Kartoffelsalat kommt, den er vorbereitet hatte. Da muss man sich schon mal ein paar Minuten von der Organisation trennen können, um der Küche die eigenen Geheimnisse auszuplaudern. Prioritäten halt.

14:28 Uhr: Man kennt es, eine Partie ist noch im B-Feld offen, ich stehe davor und warte, und wortwörtlich hinter meinem Rücken wird Gruppe A fertig. Wie man's braucht kommt's halt nur selten. Ergebnisse und Runde 2 folgen bald.

14:59 Uhr: Gut für mich, dass das Wort bald keine feste Zeitangabe enthält. Großes Sorry, dass Ergebnisse und Paarungen doch bisschen gebraucht haben, bin schon wieder etwas rostig im Turnierprogramm. Eine Fortschrittstabelle bekommt ihr jetzt aber noch nicht, nicht genug Fortschritt für eine Tabelle. Jetzt noch ein halbes Stündchen, und wir legen los mit Runde 2.

15:30 Uhr: Die Glocke läutet, die Uhren werden gedrückt. Runde 2 beginnt auf die Sekunde pünktlich!

16:42 Uhr: Alles ruhig und ohne Besonderheiten so weit in dieser Runde, dementsprechend leise ist es auch hier von mir. Lediglich ein paar jüngere Spieler, die sich so auf das Analysieren und/oder heim gehen freuen, dass ich hinterher sprinten darf, um noch die Formulare einzusammeln. Aber als Besonderheit kann man das hier auch schon länger nicht bezeichnen.

17:44 Uhr: Da kippe ich in meiner immensen Weisheit erst ein mal die Reißzwecken über meine gesamte Arbeitsfläche. Gut, dass ich die eine auf meinem Stuhl bemerkt habe bevor ich mich wieder gesetzt habe, dieser Schrei hätte selbst die souveränsten hier aus der Konzentration gerissen.

17:50 Uhr: Ist ja nett, dass einer der wichtigen Männer im Verband Schwaben gerade ein offensichtlich ganz heiteres und informatives Gespräch in der Regie führt, blöd nur, dass da ein Nusshörnchen liegt, dass ich seit einer Stunde gerne mal näher betrachten würde und das mich jedes mal wenn ich an dem kleinen Fenster vorbei gehe frech angrinst. Die Türe ist währenddessen natürlich zu und stören für so ein Edelcroissant ist halt auch nix.

19:10 Uhr: Wenn der Organisator des ganzen Turniers sich für Küchendienst bereit erklärt, weiß man, dass ein gewisser Personalmangel herrscht dieses Jahr. Aber für ein erfolgreiches AFRO ist es das unserem Vorstand natürlich wert!
Mittlerweile ist im Turniersaal deutlich ruhigere Stimmung eingekehrt, während in Gruppe B keine zehn Leute mehr am Brett sitzen, schieben im A-Feld noch einige mehr die schwarz-weißen Klötze. Man könnte meinen, dass jetzt, wo deutlich weniger als die ursprünglichen 200 die Luft aus dem Saal atmen, dieser durch die offenen Fenster rasend schnell weniger stickig werden würde. Aber Fehlanzeige. Um fair gegenüber unserem Austragungsort zu sein, welche Sporthalle hat schon Klimaanlagen oder Deckenventilatoren?

19:48 Uhr: Mittlerweile rauchen in Gruppe B nur noch zwei Köpfe, nämlich die an Brett 6. Gruppe A hat dagegen nach meinem Stand noch 7 Partien im Gange, mit unter anderem Daniel Hoppstädter, einem der jüngsten des Feldes, der für einen Jungen seines Alters damit wahnsinnig Konzentration beweist.

20:05 Uhr: B ist durch, paar A'ler schwitzen noch und wir machen uns an's Losen.

20:20 Uhr: Alles für Gruppe B ist fertig und online, man kann den Feiertag hier quasi schon riechen. Meine Zeit hier und heute hat die 12 Stunden auch schon hinter sich gelassen, also rieche ich ihn natürlich sehr gerne.

21:12 Uhr: Nachdem uns das Turnierprogramm ein wenig fordern wollte (wäre ja auch langweilig, wenn wir mal vor 9:00 hier raus wären) haben wir auch endlich die Gruppe A losen und veröffentlichen können. Hier wird jetzt noch aufgeräumt und dann der wohlverdiente Feierabend für alle Helfer angetreten. Allen Spielern gute Erholung, bis morgen, und denen, die von weit her kommen, gute Heimfahrt und gute Anreise morgen. Und jetzt ab ins Bett... zumindest für mich.



Autor dieser Meldung:Sebastian Frank
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