Die BJEM der U10m bzw. U16m 2011 in Bad Kissingen; 2. Tag und 3. Runde

Die BJEM der U10m bzw. U16m 2011 in Bad Kissingen; 2. Tag

3. Runde bzw. „Caissas unmittelbare Rache an den SKK-lern“

Die Vorbereitung war sehr kurz, aber recht intensiv und beschränkte sich in erster Linie auf Sascha, weil ich Zarko lediglich auf den Weg mitgeben konnte, dass er, ganz entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, nicht so dermaßen schnell ziehen sollte, weil einem so unnötige Fehler unterlaufen können. Insbesondere dann nicht, wenn er gegen jemanden anzutreten hatte, der bereits mit acht Jahren zu den besten der U10 bundesweit gehört. Worte, die aufgrund höherer Gewalt – Caissa ?? - anscheinend ungehört verhallen sollten. Doch dazu später mehr!

Sascha wurde in kürzester Zeit ein Mittel an die Hand gegeben, mit dem er die zu erwartende Französische Verteidigung seines Gegners überwinden sollte. Naja, so ganz konnte ich selber nicht an die Kraft unserer Varianten glauben, wäre ich als Spieler doch gleichfalls froh, den lästigen „Franzosen“ endlich in den Griff zu bekommen, aber alles sah gut aus und Sascha schöpfte vor der Partie weitere Zuversicht. Allein der letzte Umstand rechtfertigte schon das gesamte „Vorbereiten“!

Bei Rundenbeginn hielt ich mich kurz bei den „Kleinen“ auf, musste dieser Raum doch nach zehn Minuten wieder verlassen werden, und was ich sah, das rief bei mir zwiespältige Gefühle hervor. Einerseits freute es mich zu sehen, dass Zarko offensichtlich alles verstanden hatte, was Bernd und ich ihm beigebracht haben, andererseits trieb mir die Geschwindigkeit seiner Züge den Angstschweiß auf die Stirn. Ich beschloss aus gesundheitlichen Gründen, diesem Raum fernzubleiben und einfach nur das Ergebnis abzuwarten.

Also begab ich mich zu meinem anderen Schützling, auf den ich mich ja jetzt voll konzentrieren konnte, stellte überrascht fest, dass sich nicht nur der „Franzose“ in ein „Nilpferd“ verwandelt – Schachspieler sollten vielleicht die Namensgebung bei verschiedenen Eröffnungen überdenken; tolle Vorbereitung -, sondern auch dass Sascha offensichtlich keine Ahnung hatte, wie er dagegen hätte vorgehen müssen, was er unter kampfloser Hergabe seines immanent wichtigen schwarzfeldrigen Läufers eindrucksvoll unterstrich!

Als Trainer derartig abgestraft, beschloss ich, mich auf mein Zimmer zurückzuziehen und dort auf das harte Los des Schicksals demütig zu warten. Und um die Zeit nicht vollkommen unnütz zu verbringen, begann ich meine Berichte zu verfassen.

Ganz in diese Arbeit versunken wurde ich mit dem Aufreißen der Zimmertür aus meinen Gedanken gerissen. In der Tür stand ein süßer blonder Junge, dessen Zorn gerötetes Gesicht und seine erbärmliche Haltung so gar nicht zu ihm passen wollten. Doch erst als er mich auf serbisch ansprach und mich mit „tata“ (serb.: Vater) titulierte, da erkannte ich meinen Sohn Zarko. Es folgte eine wortreiche Erklärung der Geschehnisse, heftigste Selbstkritik und viel Verbitterung darüber, dass der alte mahnende Mann letztlich recht behalten hatte, was vermutlich zu diesem Zeitpunkt am meisten wehtat. Wie sich nämlich herausstellte, hatte er in einem vollkommen ausgeglichenen Bauernendspiel – Das stimmte tatsächlich, mittlerweile sowohl von mir als auch von der „Kiste“ geprüft – nach dem Schlagen eines seiner Bauern aus lauter Hast den übernächsten Zug und so statt schlicht zurückzunehmen, einfach einen Königszug gemacht hatte. So hatte der Gegner nicht nur einen Mehrbauern, dieser konnte auch gleich die Umwandlung zur Dame anstreben. So kam es, dass statt des verdienten halben Punktes eine große, hässliche Null für Zarko eingetragen wurde!

In dieser Situation überraschte ich mich selber, indem ich feststellte, dass der fürsorgende Vater problemlos den strengen Trainer ausstach. Ich umarmte ihn stumm, weiß ich doch selber wie schmerzhaft solch unnötige Niederlagen sind, unternahm mit ihm einen langen Spaziergang, während dessen wir uns über alles mögliche außer Schach unterhielten, gönnten uns in Bad Kissingen je ein tolles Eis und zur Krönung gab es einen filmischen Leckerbissen auf DVD. Danach schien die Welt wieder in Ordnung zu sein, Zarko betrieb von sich aus die Fehleranalyse, doch ob er diese Niederlage wirklich verdaut hat, das wird der morgige Tag erst zeigen.

Als wir uns dann zum Sascha begaben, der Junge nutzt die Spielzeit wahrlich komplett aus, da musste ich zu meinem Bedauern feststellen, dass auch er an diesem Nachmittag kein „glückliches Händchen“ gehabt und letztlich ziemlich deutlich verloren hatte.

Also brachte ich nach dem Abendessen Zarko ins Bett und kümmerte mich um mein zweites Sorgenkind. Dies ging über lockeres Plaudern, über lustiges analysieren und gipfelte dann in einer intensiven Vorbereitung auf den morgigen Gegner. Gerade der letzte Punkt zeigte mir, dass Sascha wieder obenauf war und eine erneute Erfolgsgeschichte möglich ist. Aber die Wahrheit wird der morgige Tag bringen!


Autor dieser Meldung:Aleksandar Vuckovic
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