Die BJEM der U10m bzw. U16m 2011 in Bad Kissingen; 4. Tag

Mag es daran gelegen haben, dass der gestrige Tag etwas zu ausgelassen war oder dass wir die „Leichtigkeit des Seins“ etwas überbetont hatten, wir wissen es nicht. Tatsache ist jedoch, dass die heutige richtungsweisende 5. Runde einen komplett anderen Charakter als die vorherigen hatte.

Sascha bekam es mit einem sogenannten „Winsler“ zu tun, der sich in diesem Turnier nicht durch vier Remisen, sondern auch durch frühe und zahlreiche Remisgebote ausgezeichnet hatte. Diese, nennen wir es einmal Vorsicht des Gegners, wollte sich unser Großer zunutze machen und mittels eines Sieges die Kehrtwende einleiten. Diese löbliche Einstellung konnte ich nur unterstützen, mahnte aber aufgrund der Entwicklung des Turniers zur Umsicht, quasi einer kontrollierten Offensive, um nicht durch den Einsatz der „Brechstange“ den gegenteiligen Erfolg zu erzielen. Angesichts dessen, dass es dann die dritte Niederlage in Folge wäre, also etwas, was unbedingt vermieden werden sollte, ein weiser Rat.
Kaum dass die Partie begonnen hatte, um genau zu sein im 10. Zug, kam auch schon das erwartete Remisgebot – Warum spielen manche Leute eigentlich Schach? -, das Sascha höflich, aber bestimmt ablehnte. Nun sollte man meinen, dass die Fronten geklärt und bis zum Verfliegen des Pulverdampfs weitere Friedensangebote ausbleiben sollten. Aber weit gefehlt! Gerade einmal sieben Züge später, ein 15-jähriger könnte ja an Demenz leiden, brachte Saschas Gegner ein erneutes Remisgebot hervor, das wiederum abgelehnt wurde.
Um weiteren „Missverständnissen“ vorzubeugen ließ sich Sascha zu einem gewagten Manöver hinreißen, übersah dabei etwas und landete schnurstracks in einem deutlich schlechteren bis verlorenen Endspiel. Dieses verteidigte er dann zäh, musste sich aber letzten Endes geschlagen geben und würde mir wünschen, dass die FIDE-Regel, kein Remisgebot vor Vollendung des 30. Zuges von Schwarz, auf allen Ebenen konsequent eingeführt wird, um solche Spieler auszufiltern!

Und mein Zarko? Nun, er stellte im Vorfeld so viele Überlegungen an, die alle hier wiederzugeben, definitiv den Rahmen dieses Bericht sprengen würde. Meinen dezenten Hinweis, dass seine Überlegungen durchaus etwas für sich hätten, er aber in erster Linie einfach nur Schach spielen solle und danach, sozusagen in der Analyse, selbige Überlegungen anstellen, nahm vermutlich, wenn überhaupt, nur unterbewusst wahr.So wunderte es mich auch nicht, als er in mein „Büro“, ich muss momentan einiges an Post und Berichten erledigen, sodass ich nur sehr selten im Turniersaal bin, wo ich m. E. auch wenig verloren habe, und verkündete ziemlich kleinlaut, dass er verloren habe. Auf die einfache Frage hin, welche Eröffnung sie den gespielt hätten, antwortete er nur, dass er diese so noch nie gesehen habe. Als ich aber einen Blick auf das Partieformular warf, da stellte ich gleich fest, dass es der „Abtausch-Franzose“ war, den sowohl Bernd als auch ich schon mehrmals behandelt haben. Allerdings muss ich gestehen, dass ich jene Behandlung, die Zarko der leidensfähigen Französischen Verteidigung angedeihen ließ, auch so noch nie gesehen hatte, und freue mich diebisch, dass nicht ich, sondern Bernd sich um dieses Problem kümmern darf!
Aus dieser Niederlage nichts lernend frohlockt Zarko jetzt schon ob seines nächstes Gegners, hat er diesen im Turnier schon mehrmals spielen sehen. Angesichts dieser Einstellung fallen dem alten mahnenden Mann nur die Worte ein: „Hochmut kommt vor dem Fall!“

Als Trainer, wenn auch Ex-Trainer, fände ich eine weitere Niederlage aufgrund dieser Einstellung sehr lehrreich, als Vater wäre ich wohl angesichts des zu erwartenden Häufchen Elends, das Zarko nach einem weiteren Verlust am heutigen Tag darstellen würde, einfach nur unendlich traurig. In wenigen Stunden werden wir mehr wissen und dann werde ich Euch hoffentlich gute Nachrichten vermelden können.


Autor dieser Meldung:Aleksandar Vuckovic
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Kommentare zu dieser Meldung:

Name und ZeitpunktKommentar
Amelia schrieb am 03.09.2011 gegen 20:54 Uhr Four score and seven minutes ago, I read a sweet aritlce. Lol thanks


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