Dem Abstieg von der Schippe gesprungen - gerade nochmal so davongeduselt

Kriegshaber IV gewinnt mit 7 : 1 gegen Caissa II in der Kreisliga II

Zum Saisonabschluss verwöhnte mich die vierte Mannschaft, denn ohne große Aktionen kam eine schlagkärftige Mannschaft zusammen, um die letzte Chance zu nutzen, sich gegen den Abstieg zu stemmen.

Die Ausgangssituation war klar: Mering als Tabellenletzter war auf alle Fälle abgestiegen, denn selbst mit einem Sieg in der Schlussrunde und Niederlagen von Thierhaupten und uns hatten sie immer noch 5 Brettpunkte Abstand auf Thierhaupten. Somit ging es um den zweiten Abstiegsplatz. Hier lagen nach meiner Dussligkeit in der 6.Runde wir auf dem 7.Platz, einen Mannschaftspunkt hinter Thierhaupten und zwei Mannschaftspunkte hinter Aichach.
Ganz witzig: Aichach, Thierhaupten und wir spielten gegen die drei erstplatzierten. SF Augsburg war schon durch, während Haunstetten und Caissa um den zweiten Aufstiegsplatz spielten.

Caissa wählte gegen unsere vierte Mannschaft die selbe Taktik wie mit ihrer ersten Mannschaft gegen unsere Zweite, sie traten nämlich mit nur 6 Spielern an. (By the way: ich hab da was in Erinnerung, dass Roland noch in einem Bericht auf diesen Seiten erläutern wollte, wie man nach einer 3 : 0 Führung noch 3,5 : 4,5 verlieren kann??? Ich verstehe es ja immer noch nicht). Jan Fricke war wohl erkrankt (gute Besserung an dieser Stelle!) und für Brett 5 war angekündigt, dass der Caissa Spieler wohl "zu 95% nicht spielen wird" (ich hab dann während meiner halben Eröffnung überlegt, wie das ausschaut, wenn 5% spielen. Irgendwas wie das Händchen der Addams Family?). Bevor wir aber um 19 Uhr Dakor und Paul die Hände zum kampflosen Punkt schütteln konnten, meldete bereits nach 45 Minuten Thilo seinen Sieg: In einer sehr offenen Stellung mit Vorteilen für Weiß hatte sein Gegner ein Damenschach gegeben, das ihn allerdings nach einem Läuferdeckungszug mit Abzugschach die Dame kostete.

Schon wieder dieses "deja vu" aus der Schwabenliga II...

Kurzer Rundumblick:
- Ich fühlte mich wohl, hatte meine Eröffnung abgeschlossen, hatte den gegnerischen weißfeldigen Läufer aus dem Spiel nehmen können (hinter seinen eigenen Bauern geparkt), meine Figuren standen gut, mindestens Ausgleich.
- Bei Peter fand das Spiel nur am Damenflügel statt, die Damen waren getauscht und Peter begann langsam, die Stellung zu verknoten. Ich bleibe zuversichtlich.
- Werner stand sehr passiv. Das Spiel fand fast nur am Königsflügel statt, mit offener g-Linie bei Werner und einem Doppelbauern auf der h-Linie. Am Damenflügel war Werner recht wenig entwickelt und der Gegner hatte einen Bauern schon auf die 6. Reihe gebracht. Nicht unbedingt kaputt, aber nicht wirklich schön zu spielen.
- Huch, was war denn bei Christian in der Eröffnung passiert? Auf einmal stand Ingrid Nietzer mit einem Springer auf f7 und kann den h-Turm rausangeln, allerdings überzieht sie es dann etwas. Aber Christian hat jetzt einfach einen Turm gegen einen bauern weniger. Ist die Stellung ruiniert, spielt sichs völlig ungeniert: Christian greift an, Angriff auf den König mit allen Figuren, die das Material noch hergibt. Merke: Gefährlicher Angriff ist es, wenn der Gegner glaubt, dass es ein gefährlicher Angriff ist und dann nur verteidigt. Ich wollte gerade nochmal nachschauen, wie sich die Partie entwickelt, als Ingrid Kopf schüttelnd rauskam. Auf einmal steht es 4 : 0 für uns.
Andreas hatte eine Mehrqualität, tat sich aber ziemlich schwer, diesen Vorteil verwerten zu können. Aber anbrennen wird da keinesfalls etwas.

Werner's Gegner hatte ein paar nicht so optimale Züge gefunden und so schaffte es Werner, wieder ins Spiel zu kommen. Die beiden gegnerischen Türme wirkten nicht so richtig gut zusammen und so kam der Angriff nicht durch, logische Folge war dann die Punkteteilung.

Pflicht erfüllt, jetzt konnten wir an der Kür feilen: Wir hatten ja auch zwei Brettpunkte weniger als Thierhaupten; Falls Thierhaupten ein 4 : 4 gegen Haunstetten holt, dass müssen wir mindestens 6,5 : 1,5 gewinnen um Thierhaupten zu überholen. Also keine Gefangenen.

Peter bog jetzt in die Zielgerade ein: er hatten einen Doppelangriff auf Läufer (eingeklemmt auf h) und Turm aufs Brett gestellt, der Gegner stellte den Turm nicht weg sondern einzügig ein (was beide nicht sahen), doch nachdem Peter die Figur gewonnen hatte, gab sein Gegenüber auf.

Mein Gegner wollte unbedingt mitspielen und stellte sich etwas offensiver mit dem Turm auf die offene Linie in der Mitte, hatte mir dafür allerdings die h-Linie für meinen Turm überlassen. Statt Gegenspiel konnte ich aber einen wilden Angriff auf den letzten Verteidigungsläufer durchsetzen, der mindestens eine Figur, wenn nicht mehr Material gekostet hätte und ein Endspiel mit schlechter Stellung und Wenigerturm wollte sich Harald auch nicht antun.

Wir hatten die erforderlichen 6,5 Brettpunkte und Paul wollte wissen, ob wir jetzt gerettet seien. Theoretisch waren wir es, wenn man davon ausgeht, dass Haunstetten wirklich aufsteigen möchte (hatten sie ja in einem Zeitungsartikel schon angekündigt) und gegen Thierhaupten auf Sieg spielt. Aber sicher ist natürlich nix. Bei Andreas tat sich nicht besonders viel und angesichts unserer klaren Führung einigte er sich dann auch auf Punkteteilung, so dass uns letztendlich ein 7 : 1 zu Buche stand.

Gesagt ist gesagt:
"Also, ein 1 : 7 habe ich in meiner Mannschaftsführer-Karriere auch noch nie unterschreiben müssen" (Werner Sedelmayr)

Tja, und wie ging es denn dann tatsächlich aus? Haunstetten trat nur zu siebt an, hatte an den ersten 4 Brettern einen nominellen DWZ-Vorteil von ca. je 200 Punkten, machte hier aber viermal remis und verlor den Mannschaftskampf mit 3,5 : 4,5! Damit blieb Thierhaupten trotz unseres hohen Sieges vor uns. Glücklicherweise haben SF Augsburg gegen Aichach gewonnen, so dass wir dank unserem Kantersieg gerade noch Aichach (punktgleich nach Mannschaftspunkten, aber mit 2 Brettpunkten Vorsprung) überholt und hinter uns gelassen haben. Haunstetten erduselt sich gerade so eben noch den zweiten Aufstiegspunkt, Punktgleich mir SGA und Caissa, aber mit einem halben Brettpunkt Vorsprung.

Mein herzlicher Dank an alle Spieler, die diese Saison die vierte Mannschaft unterstützt haben und ich hoffe auf eine nervenschonendere Saison 2018/2019 in der Kreisliga II!

Hier die Abschlusstabelle (Link zum Liga-Manager):

P.S.: Bei dem einen oder anderen Spieler war gelegentlich ein leichtes Praxisdefizit erkennbar. Für diese Fälle empfehle ich wärmstens unser Mittwochtraining sowie die Teilnahme an unseren Turnieren!



Autor dieser Meldung:Eckhardt Frank
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