Knappe Niederlage! - 3 ½ : 4 ½ gegen Thierhaupten 1

5. Mannschaft (Kreisliga III 2019/2020): Spielbericht 3. Runde (+ Nachlese 2. Runde)

In der 3. Runde traten wir gegen die Absteiger aus der Kreisliga II der letzten Saison an (DWZ-Schnitt: +150). Wir spielten im "charmanten" Fischerheim in Thierhaupten, das mittlerweile sicher einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Ich konnte zwar das Baujahr trotz Internetrecherche nicht herausfinden, aber mit unserem Zollhaus - Baujahr 1778 - kann es nicht mithalten. Beäugt von großen und noch größeren Fischpräparaten, die überall von den Wänden oder der Decke herabhingen, direkt neben Fotos von Lachs- und Heringsemmeln, und beheizt von einem wohlig warm wummernden Holzofen, machten wir uns also an die Bretter.

 

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Nachdem ich in der letzten Runde bereits vor Beginn der Partie durch einen Norovirus im wahrsten Sinne des Wortes mattgesetzt wurde und ausfiel, gibt es leider keinen Spielbericht zur 2. Runde, sondern nur ein kurze Ergebnismitteilung als Nachlese:

 

Kriegshaber 5 : Haunstetten 4 | DWZ- Schnitt 1466 : 1510 | Ergebnis 3 : 5

 

Stefan Kiechl (1610) : Robert Kutschick (1635) = ½ : ½

Stefan Bleisteiner (1564) : Petr Grinberg (1637) = ½ : ½

Dr. Josef Fischer (1418) : Alexander Miletic (1585) = 1 : 0

Ralf Gerber (1413) : Ludwig Hehl (1566) = 0 : 1

Elmar Bartl (1445) : Antun Brdar (1532) = 0 : 1

Herbert Birkle (1448) : Sven Weise (1435) = 0 : 1

Michael Kling (1359) : Kevin Michael Bleyer (1381) = ½ : ½

David Schury (1471) : Niclas Klassert (1316) = ½ : ½

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Zurück zur 3. Runde:

Die Partien standen überwiegend auf der Kippe, letztendlich wurde es dann aber doch eine Niederlage.

Tabellenführer ist defintiv vorbei!

 

— xxx —

 

Josef scheint diese Saison in Topform zu sein! Mit den weißen Figuren spielte er am 3. Brett wieder das London System und zwang seinen Gegner - diesmal bereits nach dem 16. Zug - zur Aufgabe. Das klassische Läuferopfer auf h7 (Lxh7+), ein thematischer Zug in diesem System, wurde fälschlicherweise abgelehnt. Schwarz verteidigte sich zu schwach und am Ende fiel seine Stellung auseinander. Die Alternativen, Matt oder Damenverlust und dann Matt, waren letztlich inakzeptabel. 1 : 0.

 

An Brett 4 konnte Ralf mit Schwarz in einer Partie Englisch gegen Holländisch die Punkte teilen. Passt gut, im Fußball ist die Bilanz der beiden Nationalmannschaften ebenfalls recht ausgelichen. Ralf verschaffte sich in der Eröffnung mehr Raum, nötigte seinen Gegner immer wieder zu Figurenrückzug und hatte durchweg, auch nach Figurentausch, die vorteilhaftere Stellung. Nach knapp 30 Zügen einigten sich die Kontrahenten auf ein Remis. 1 ½ : ½.

 

Herbert spielte mit Weiß am 7. Brett 1.e4/2.d4 gegen eine Pirc-Verteidigung. Ein thematischer Zug in diesem Abspiel ist, das Schwarz sich, nach weißem Ld3, diesen Läufer, nach …Sc5, mit ...Sxd3 häufig holen kann und damit das Läuferpaar gewinnt. Diese Gelegenheit ließ Schwarz ungenutzt und Herbert kam mit deutlichem Vorteil ins Mittelspiel. In einem gefährlichen weißen Königsangriff mit taktischen Verwicklungen (gegenseitiger Damenangriff, Läuferopfer, Springergabel) hat sich Herbert wohl verrechnet. Statt einer Gewinnstellung, steckte er einen Springer in den Handel und bekam letztlich nur einen kleinen Bauern dafür zurück - schade. Der Rest ist Makulatur. 1 ½ : 1 ½.

 

In meiner Partie (Patrick) verschwanden bereits im 3. Zug die Damen vom 6. Brett. Ich hatte mich am Königsflügel ein wenig ungeschickt entwickelt. Nachdem Weiß seine Bauern dort in Bewegung brachte und meine Figuren bedrängte, tauschte ich 2 Figuren gegen Turm und Bauer. Mit diesem kleinen Vorteil für Weiß, war die restliche Partie, obwohl materiell ausgeglichen, durchweg ätzend zu spielen. Ich konnte einfach keinen Gewinn aus meinen 2 Türmen schlagen. Im Endspiel habe ich dann gepatzt und das Remis vergeben. Als mein Gegner mich schließlich in Zugzwang brachte, legte ich meinen König nieder. 1 ½ : 2 ½.

 

An Brett 1 spielte Stefan K. mit Weiß erneut (siehe Spielbericht 1. Runde) die Alapin-Variante der Sizilianischen Eröffnung. Die Partie verlief zunächst in Remisbreite. Schwarz gelang es im Mittelspiel jedoch seinen Damenläufer ins gegnerische Feld zu manövrieren und mit diesem einen Zentralbauern vom Brett zu nehmen. Diesen Vorteil ließ sich Schwarz nicht mehr nehmen. Mit Bauernmehrheit am Königsflügel (3 gegen 1) gewann er schließlich die Partie. 1 ½ : 3 ½.

 

Am 2. Brett spielte Stefan B. mit Schwarz eine Halbslawische Verteidigung. Weiß konnte sich das Läuferpaar sichern und hatte mit mehr Königssicherheit und aktiveren Figuren eine etwas bessere Position. Als jeweils noch Dame, Turm, schwarzfeldrige Läufer und 4 Bauern auf dem Brett übrig waren, konnte Schwarz durch einen fehlerhaften Zug von Stefan, mittels Damenschach 2 Bauern gewinnen und stand auf Gewinn. Weiß ließ sich später aber auf einen Damentausch ein und Schwarz schob seinen b-Bauern bis auf die 2. Reihe vor. Als Weiß dann mit seinem Läufer die schwache Grundreihe verließ um einen weiteren schwarzen Bauern zu nehmen, wendete sich das Blatt schlagartig und die Partie war für ihn verloren. 2 ½ : 3 ½.

 

An Brett 5 wurde eine Spanische Partie gespielt. Elmar (Weiß) konnte im Mittelspiel die Qualität gewinnen und stand an sich auf Gewinn. Die Notation weist ein paar Ungereimtheiten auf, sodass der weitere Spielverlauf nicht klar ersichtlich ist. Im Endpsiel musste Elmar durch ungeschicktes Spiel die Qualität wieder zurückgeben. Durch Ungenauigkeiten im Endspiel war die Umwandlung eines schwarzen Bauern nicht mehr zu verhindern und Elmar gab die Partie sichtlich zerknirscht auf. 2 ½ : 4 ½.

 

Am 8. Brett spielte Mike mit Schwarz gegen ein Damengambit. Im Mittelspiel gewann er die Qualität. Nach etwa 40 Zügen gab er die Qualität zurück um die Partie, nach Abtausch der restlichen Figuren, in ein gewonnenes Bauernendspiel zu überführen. Weiß hatte einen Doppelbauern und die Könige standen sich in Opposition in Brettmitte gegenüber. Mike spielte das Endspiel sehr schön und lehrbuchmäßig und drückte einen Bauern am Damenflügel durch. Sein Gegner gab die Partie auf, bevor der Bauer sich im nächsten Zug umgewandelt hätte. 3 ½ : 4 ½.

 

— xxx —

 

Tja, einfach schlecht gelaufen für uns.

 

"Was hat man nach einem Fall zu tun?

Was die Kinder auch tun, wieder aufstehen."

(Friedrich Hebbel)



Autor dieser Meldung:Patrick,Dr. Kreisberger
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Kommentare zu dieser Meldung:

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VicePresident schrieb am 25.11.2019 gegen 18:10 Uhr Wie immer sehr toll und ausf├╝hrlich geschrieben! Ein literarischer Genuss!


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