Erneuter 6,5 - 1,5 Sieg sichert dem SK Kriegsgaber 1 den Klassenerhalt in der Landesliga Süd

SK Kriegshaber 1 landet final auf dem fünften Platz


Betrifft Mannschaft: 1. Mannschaft (Landesliga Süd)

Am vergangenen Sonntag wurde das zweite und finale Match der Landesliga Süd nach dem Corona Lockdown im März gespielt.
Der Bayerische Schachbund hatte entschieden, dass die Saison der Landesliga Süd an den Wochenenden vom 13. und 20.September zu Ende gespielt wird.

Klare sportliche Voraussetzungen

Unsere Mannschaft und unser Verein hatte diesmal alles komplett selbst in der Hand. Da unser Heimspiel gegen die Mannschaft der Münchner Schachakademie - MSA Zugzwang 2 - das einzige ausgespielte Match im Abstiegskampf war (alle anderen Partien um den Abstieg fanden kampflos nicht statt), konnten wir uns genau ausrechnen, welches Ergebnis zu welchem Tabellenplatz führen würde.

Wir wollten unbedingt drei Mannschaften in der Liga hinter uns lassen, um zum Schluss - bei ungünstigen Konstellationen in der 2.Bundesliga und der Bayerischen Oberliga - nicht doch noch das Nachsehen zu haben.

Eine 3 - 5 Niederlage sollte reichen, um sicher drei Mannschaften hinter uns zu lassen (Freising, Passau 2 und Rottal), doch wir wollten natürlich nicht auf "Niederlage" spielen und hatten uns unbedingt einen Sieg zum Saison-Abschluss vorgenommen.

Dementsprechend konzentriert und fokussiert war unser Team auf dieses Match eingestellt.

Spitze Bedingungen in den Räumlichkeiten des SK Kriegshaber

Die Bedingungen in unseren Räumlichkeiten waren - dem Corona-Hygiene-Konzept des Bayerischen Schachbundes Rechnung tragend - ideal! 
Unser Vorstand Eckhardt Frank, Spielleiter Lothar Weimar und Wolfgang Malcher hatten die Räumlichkeiten unseres Vereinsheims im zweiten Stock des Zollhauses in Kriegshaber bestens hergerichtet.

Wir spielten in drei Räumen - 2 Bretter im kleinen, hinteren Raum, drei Bretter im mittleren Raum und drei weitere Bretter in unserem "Aufenthaltsraum" und zusätzlich hatten wir noch den Raum neben der Toilette als Analyseraum zur Verfügung.

Das Wetter war traumhaft schön (wahrscheinlich hat Eckhardt auch das so bestellt), so dass die einzelnen Räume permanent gut durchlüftet werden konnten. 
Desinfektionsmittel war reichlich vorhanden und das Hygienekonzept des Bayerischen Schachbundes sah vor, dass wir in der Turnierarena Mundschutz trugen, ihn am Brett jedoch abnehmen konnten.

Zum Spielverlauf

Ich möchte in diesem Artikel gar nicht so sehr auf die Einzelleistungen der Spieler eingehen, denn gerade mich als Kapitän hat es sehr beeindruckt, wie gut wir gerade in den letzten beiden Post-Corona-Lockdown-Kämpfen als Verein und als Mannschaft als Einheit aufgetreten sind! 
... und mir hat das - als Mitglied mit fränkischem Migrationshintergrund - wieder einmal mehr gezeigt, dass bei vielen Spielern und Mitgliedern des SK Kriegshaber ein ganz besonderer Spirit vorherrscht.

Summa summarum konnten wir den letzten Heimkampf - genau wie schon in Unterhaching - ebenso mit einer total überzeugenden Mannschaftsleistung mit 6,5 - 1,5 für uns entscheiden.

Jeder Spieler hat seine Partie - im Sinne der Mannschaft - auf Gewinn gespielt und keiner hatte etwa ein Salon-Remis am letzten Spieltag ins Auge gefasst.
Bitte seht die Einzelergebnisse auf den Seiten des Bayerischen Schachbundes

Zu den einzelnen Partien

An Brett 1 hatte sich Vadim mit Schwarz eine aussichtsreiche Stellung erspielt, seine "Verwertungskombination" hatte allerdings dann - laut Vadim"s eigener Aussage - eine kleine Lücke, so dass Vadim sich final mit einem Remis zufrieden geben musste. 
Dennoch eine starke Leistung mit den schwarzen Steinen gegen den starken Fidemeister Christoph Eichler, der ja immerhin auch eine ELO-Zahl von 2301 vorzuweisen hat.

An Brett 2 spielte Sebastian seine ganze taktische Stärke aus, nach einer zweischneidigen und spannenden Eröffnung, in der es darum ging, ob Sebastian mit Weiß gegen den slawischen Aufbau seines Kontrahenten seinen Bauern auf c4 zurück- (oder wenigstens genug Kompensation dafür) bekommen sollte und gewann seine Partie nach einem sehenswertem Angriffs-Finish. 
Klasse!

Ebenso zweischneidig verlief Michael"s Partie an Brett 3, der mit Schwarz - ebenso wie Sebastian"s Gegner - sich slawisch verteidigte.
(Die Slawisch-Partien scheinen es so an sich zu haben, dass sie zweischneidig 
verlaufen, da oft nicht klar ist, ob Weiß im Zentrum genug Gegenspiel bekommt für eventuell geopfertes Material oder die Aufgabe der Kontrolle am Damenflügel).
Michael"s Kontrahent konnte starke Initiative im 
Zentrum und am Königsflügel entwickeln, so dass Michael"s König seine Rochadestellung verlassen musste und zur Strecke gebracht wurde.

Michael hat vorbildlich für sein Team gekämpft, musste sich leider dann aber geschlagen geben.

Meine Mannschaft hat in dieser Saison meine Devise - "Jeder spielt seine Partie auf Gewinn, keiner schiebt Remis und wenn einer mal verliert, dann versuchen es die Kollegen auszubügeln." - insgesamt sehr gut umgesetzt.

... und so konnte an Brett 4 unser Gastspieler Sebastian Zehnter mit den weißen Steinen - den nächsten vollen Zähler für uns einfahren. 
Sebastian"s Devise ist schon seit Jahren: "Wenn ich keine Zeit zur Vorbereitung habe, dann muss halt 1.b3 herhalten", und so konnte Sebastian mit seiner altbewährten Nimzowitsch-Larsen-Eröffnung seinen Kontrahenten bereits nach 9 Zügen in eine schwierige Lage bringen, in der dieser sich nicht genau zu verteidigen wusste und somit kompensationslos 2 Bauern verlor.

Bei unserem Gastspieler Sebastian Zehnter möchte ich mich an dieser Stelle nochmal offiziell herzlich bedanken!
Er hat - in seiner typischen, unnachahmlich frischen, offensiven Angriffs-Schach-Manier - in dieser Saison zwei Siege für unsere Mannschaft total souverän über die Ziellinie gebracht.

An Brett 5 hatte ich (Thomas) selbst mit Schwarz gegen meinen jungen Kontrahenten nach der Eröffnung den minimal besseren schwarzfeldrigen Läufer.
Diesen Vorteil konnte ich bis ins Turm-
Läufer-Endspiel hinein bewahren und schließlich ausbauen und einen Bauern und schließlich auch die Partie gewinnen.

Paul an Brett 6 bekam von seinem Kontrahenten mit Schwarz die solide Caro-Kann-Verteigigung vorgesetzt. 
Paul legte seine Partie stark und aktiv an - mit Scheindamenopfer und Mattdrohung auf f7 - und zog sein aktives Spiel bis hin zum Qualitäts- und Partiegewinn sauber durch.
Eine klasse, schnörkellose Leistung!

Matthias" Partie (mit Schwarz) an Brett 7 machte für mich eine sehr interessante Metamorphose durch...
Gestartet mit 1.e4 d6 ging die Partie dann nach weißem d4 und c4, was Matthias mit g6, Lg7 erwiderte in eine "Modern Defense" über, um schließlich plötzlich in einem Makogonov-Königsinder mit weißem h2-h3 zu landen. 
Dass Matthias viele Stellungstypen spielen kann, hat er in dieser Partie eindrucksvoll bewiesen und bezwang seinen Kontrahenten, der mit Weiß nicht mehr zur Rochade kam, in königsindischer Manier am Königsflügel unter Bauernopfer mit taktischer Finesse. 
Eine klasse Partie und Saison für Matthias!

An Brett 8 verzichtete Andi mit den weißen Steinen in "seinem Engländer" auf einen frühen, zweischneidigen Bauerngewinn und erzielte stattdessen lang anhaltenden strategischen Stellungsvorteil, den er final mit einer sehenswerten Mattkombination in einen Sieg ummünzen konnte. 

Es ist wirklich klasse, einen Mann wie Andi noch in der Hinterhand zu haben, der immer wieder die weite Anreise auf sich nimmt, um seinen SKK zu unterstützen.

Die einzelnen Partien vom Sonnag könnt Ihr am PC unter folgendem Link SKK 1 - Zugzwang 2 nachspielen. 
Anmerkung: Das Programm ist (noch) nicht optimiert für mobile Geräte.

Kiebitz "Buchi" vermisst bei Geisterspiel

Einziger Wermutstropfen am Sonntag war, dass unser Edel-Fan "Buchi" seit langer Zeit zum ersten Mal nicht zum Kampf zum "Kiebitzen" kommen konnte, da im Moment nur Geisterspiele erlaubt sind. 
Die Spieler haben "Buchi" auf jeden Fall vermisst.
(Für mich persönlich war"s wahrscheinlich sogar besser, da ab dem Zeitpunkt ab dem "Buchi" eintrifft und dann üblicherweise kritisch auf meine Stellung schaut, es meistens bergab geht mit mir :-) )

Großes Lob für die Mannschaft der Münchner Schachakademie Zugzwang 2

Ein Wort auch noch zu unserem Gegner:

Ich möchte der Mannschaft des MSA Zugzwang 2 ein dickes Lob aussprechen.
Aus mir nicht bekannten Gründen, konnten sie anscheinend in den letzten beiden Mannschaftskämpfen der Landesliga Süd in der "Post-Lockdown-Phase" nicht viele ihrer Stammspieler der zweiten Mannschaft aufbieten und haben dann aus der Not eine Tugend gemacht!
Statt die beiden letzten Kämpfe einfach kampflos aufzugeben, haben sie jungen Spielern, die in der Meldeliste weiter hinten stehen, die Chance gegeben, Wettkämpfe auf Landesliga-Niveau zu spielen und sind somit einfach - sportlich fair - mit einer nominell schwächeren Mannschaft angetreten.

Hier hat der olympische Gedanke mehr gezählt als das "Unbedingt-Gewinnen-Wollen." 

Der MSA Zugzwang 2 ist nun final auf dem drittletzten Platz gelandet.  
Ich wünsche mir, dass der Bayerische Schachbund, sollte die Frage entschieden werden müssen, ob der Drittletzte absteigt oder nicht, den Sportsgeist dieser Mannschaft durch Nichtabstieg in dieser besonderen Situation belohnt.

Sehr schöner Artikel der Schachakademie über den Mannschaftskampf am vergangenen Sonntag

Die Schachakademie München MSA Zugzwang 82 e.V. hat einen sehr guten und interessanten Artikel über unseren Mannschaftskampf vom vergangenen Sonntag veröffentlicht, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

LL Süd R9: Saisonabschluss ohne Happy End

Lars Tebelmann hat den Artikel netterweise mit mir geteilt und mir genehmigt hat, darauf zu verlinken.

Lothar souveräner Schiedsrichter

Ganz herzlichen Dank an unseren Spielleiter Lothar Weimer, der diesen Wettkampf super und total souverän als Schiedsrichter leitete. 
Nach seiner Ansprache, in der er die erweiterten Regeln und Neuerungen rund um Corona und das Hygiene-Konzept erklärte, blieben keinerlei Fragen mehr offen.


... ein Saison-Abschluss-Bericht folgt gegen Ende dieser Woche ...


Herzliche Grüße,
Euer Thomas 
 



Autor dieser Meldung:Thomas Reis
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Kommentare zu dieser Meldung:

Name und ZeitpunktKommentar
Luckyf schrieb am 25.09.2020 gegen 11:03 Uhr Also mit F5 kann man den Zugriffscounter ganz einfach hochtreiben :-)
Ansonsten Glückwünsche zum Endergebnis!
ThomasReis schrieb am 25.09.2020 gegen 13:08 Uhr Herzlichen Dank, Luckyf
Patrick schrieb am 25.09.2020 gegen 15:00 Uhr Gratulation zum Sieg und zur gesamten Saison-Leistung!
Danke für den kurzweiligen und interessanten Spielbericht.
;-)
ThomasReis schrieb am 25.09.2020 gegen 16:19 Uhr Das freut mich richtig, Patrick. Danke!
Lucky schrieb am 25.09.2020 gegen 21:33 Uhr Und irgendwie absurd, daß in Coronazeiten ausgerechnet ein Arzt nicht dabeisein kann ;)


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