Kriegshaber I gewinnt 4½ - 3½ gegen Waldkirchen

Mit 4 : 4 Punkten und 16 : 16 Brettpunkten erst mal Luft im Abstiegskampf


 SK Kriegshaber 1924TSV Waldkirchen 
101Wolfsteiner, Helmut01Schmidt, Peter½ - ½
202Bintakies, Michael02Stadler, Simon1 - 0
303Stör, Andreas03Eckerl, Uwe½ - ½
404Stelter, Dr.Felix04Binder, K.-H.1 - 0
505Hahn, Christoph06Lautner, Josef1 - 0
606Reis, Thomas07Lipok, Erik½ - ½
707Shekhter, Dmitriy08Schmid, Franz0 - 1
808Demel, Paul09Autengruber, Roland0 - 1
     4½-3½

Es war einer der spannendsten Mannschaftskämpfe, den ich je miterlebt habe:
Sage und schreibe 5 Partien gingen nach der regulären Spielzeit von 4 Stunden in die Verlängerung.
Die Bretter 1 und 2 kämpften hierbei sehr hart, fast bis zur buchstäblich letzten Sekunde.

Aber alles der Reihe nach:

Es ging - wie immer - richtig gut los für uns:
Felix Stelter überspielte seinen Gegner mit Weiß in einem Orthodoxen Damengambit nach allen Regeln der Kunst und zwang diesen bereits nach dem 23.Zug mit einem taktischen Läuferopfer auf h6 zur Kapitulation.
Eine Augenweide !

Thomas Reis: Ich hatte mit Weiß gegen das Leningrader System im Holländer die etwas besseren Perspektiven, doch als sich in Zeitnot eine äußerst wildes Gemetzel mit schwer überschaubaren Verwicklungen ereignete, war mein Kontrahent mit einem Dauerschach zufrieden, mit dem auch ich angesichts der Komplexität der Stellung sehr gut leben konnte.

Paul Demel hatte zunächst eine ausgeglichene Partie mit Weiß im Slawischen Damengambit, geriet aber dann ins Hintertreffen, nachdem sein Gegner nach einem geschickten Figurenopfer mit der Batterie Doppelturm und Dame auf die zweite Reihe eindringen konnte.

Somit stand es 1 1/2 - 1 1/2 und die 5 restlichen Partien gingen nach 4 Stunden Spielzeit in die Verlängerung (jeder 1 Stunde für den Rest der Partie), die an Dramatik für den Zuschauer kaum mehr zu überbieten war.

Andreas Stör erstickte mit Schwarz in einer Schottischen Partie die Angriffshoffnungen seines Gegners bei heterogenen Rochaden im Keim und landete in einem besseren Läufer gegen Springer und jeweils 6 Bauern Endspiel.
Sehr beeindruckend war dann allerdings der geniale Rettungsplan seines Gegners, der als schwächere Springerpartei auch noch 2 Bauern opferte und in ein nicht mehr zu gewinnendes Endspiel einlenkte.
Unglaublich, was im Schach manchmal alles möglich ist!

Mister 100 Prozent Christoph Hahn ließ mit Schwarz den Katalanen seines Gegners mit einem Stonewall-Aufbau abtropfen und konterte diesen mit einem sehenswerten Springeropfer aus.
Auch im Partiefinale Dame und Springer gegen Turm, Läufer und Freibauer auf der 7.Reihe bei komplexer Stellung, erwies sich Christoph, der zur Zeit in bestechender Form ist, voll auf der Höhe und fuhr mit schwer zu sehenden taktischen Motiven den ganzen Zähler ein.

Dima Shekhter musste mit Schwarz gegen den Lb5-Sizilianer seines Kontrahenten zunächst hart um den Ausgleich kämpfen.
Als Dima´s Gegner aber in der Verlängerung in etwas besserer Stellung zweizügig seinen f-Bauern einstellte, schien sich Dima´s Zähigkeit auszuzahlen und er gelangte klar auf die Siegerstraße.
Um so bitterer war es dann für uns, dass Dima mit 5 Minuten Restzeit für die ganze Partie fehlgriff und fast ein Selbstmatt bastelte, worauf sich ein gegnerischer Bauer zur Dame verwandeln konnte.

Jetzt wurde es nochmal richtig spannend:
Beim Stand von 3 - 3 spielten noch Brett 1 und 2 jeweils mit umgekehrten Voraussetzungen.

Helmut Wolfsteiner erkämpfte 10 Minuten vor dem Ablauf der Maximalspielzeit das Remis, nachdem sein Gegner IM Peter Schmidt zahlreiche Gewinnversuche im Endspiel Turm, Springer und 4 Bauern gegen Turm, Läufer und 3 Bauern unternahm.
Eine starke kämpferische Leistung von Helmut!
So manch´ einem Spieler hätten in so einer schwierigen Lage und unter diesem enorm hohem Druck sicher die Nerven versagt.

Der Matchwinner des Tages allerdings war Michael Bintakies.

Nach einer unklaren, schwierigen Eröffnungsphase blieb Michael mit Weiß im Damenbauernspiel ein Mehrbauer übrig, den er bis ins Endspiel Läufer und 3 Bauern gegen Springer und 2 Bauern hindurchschleifte.

Der Rest ist Sache der Technik, ist dann immer ganz einfach in den Lehrbüchern der Schachmeister zu lesen.
Und diese Technik zelebrierte Michael par excellánce, sogar unter Zeitdruck.

In dieser Phase - 5 Minuten vor Torschluss - wurde unter den Zuschauern natürlich aufgeregt diskutiert.
Selbst Endspielexperte Buchi spekulierte kurz vor dem Finale:
Die Partie ist Remis. Michael muss jetzt in ein Endspiel 2 Bauern gegen Springer. Aber das ist auch sehr schwierig zu halten. Vielleicht kann er seinen Gegner ja über die Zeit ziehen.
Auch für mich war Buchi´s Vorschlag absolut logisch und folgerichtig.

Aber nichts da ! Michael hatte mehr gesehen als die Kibitze, opferte einen Bauern mit dem Motiv Springerablenkung zurück und forcierte unverhinderbar die Umwandlung seines letzten verbliebenen Bauern zur Dame.
Ich war bei der Partieeingabe wirklich beeindruckt wie unbeirrt Michael das Endspiel, in dem sein Gegner noch einige Remis Finten hatte, zum Sieg führte.

Jetzt können wir nach einer ordentlichen Mannschaftsleistung schön Weihnachten feiern und haben aus einer gesicherten Mittelfeldposition heraus realistische Chancen unser Saisonziel zu verwirklichen:
Nämlich, dass wir im Jahr 2006 nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

Ich wünsche allen Kriegshaberanern noch eine schöne Restadventszeit, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2006 !



Autor dieser Meldung:Eckhardt Frank und Thomas Reis
Zuletzt geändert von: ALTDATENÜBERNAHME PROWIDE (am 05.12.2008)
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