Und den letzten beißen die Hunde

Kriegshaber III geht gegen Kötz-Ichenhausen in der Schwabenliga II Nord mit 1 : 7 unter

Durch den Aufstieg unserer dritten Mannschaft in die Schwabenliga II Nord spielt Kriegshaber III ja jetzt
- am Sonntag
- nach den Vorgaben der schwäbischen Turnierordnung.

An sowas sind wir noch nicht richtig gewohnt. Das bedeutet nämlich, dass jetzt 3 Mannschaften parallel spielen und hat Auswirkungen auf Wechselkontingent und mögliche Schiedsrichtereinsätze (die ja ebenfalls zeitgleich anfallen). Konnten sich bisher die Mannschaftsführer der 1. und 2. Mannschaft recht entspannt bei der 3. mit Ersatzspielern "bedienen", so führt das jetzt sofort zu einer personellen Schwächung und der Mannschaftsführer bekommt Stress (denn er hat anders als in Augsburg nicht eine beliebig große Ersatzbank sondern wie in Schwaben üblich nur 20 Spieler pro Mannschaft.
Also kurz mal überschlagen: 2 Ausfälle in der Ersten, einer in der zweiten und dann noch ein Schiedsrichter macht 4. Und somit machte sich Tomas auf die Suche. So musste er mich von den Kochtöpfen weg ans Schachbrett lotsen, zwei Spieler unserer 6. verpflichten und glücklicherweise schneite Florian Wieser am Freitag Abend herein und konnte dann soweit überredet werden, dass er seine Frau Gemahlin um Erlaubnis für Sonntag fragt. Am Samstag konnte er dann seine Zusage geben (herzlichen Dank an Frau Wieser!) und wir waren komplett.

Spielraum aufgebaut und alles vorbereitet, als auf einmal die Frage kam: "mit welcher Zeit spielen wir eigentlich?". Eingestellt waren 2 Stunden 40 Züge und 0,5 Stunden Rest. Wir waren uns einig, dass das nicht stimmt. Wegen einer neuen Fritz Box hatten wir in den Räumen kein Internet. Kurze Beratschlagung, dann bin ich kurz nach hause gepest und hab dort nachgeschaut. Wieder zurück im Klub bastelten mehrere Leute an den Uhren herum ("manuell einstellen, wie geht gleich wieder Inkrement?") bis mir der richtige Modus einfiel. Mit minimalem Verzug konnte es losgehen, danke an die Schachfreunde von Kötz-Ichenhausen für die Geduld!

Kennt Ihr das Intro der Asterix-Bücher: Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein, ein kleines Dorf.
Wir hatten alle Uhren auf den richtigen Modus eingestellt. Alle Uhren?

Wie sich nach etwa 3 Stunden zeigte, hatten wir die Uhr an Brett 5 übersehen: Die Zeitnot bei Florian hatten wir bemerkt, dass keine Inkrement-Gutschrift erfolgte, jedoch nicht. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits wieder an den Kochtöpfen stand, nahm sich Manfred freundlicherweise der Sache an und löste das Problem zur allgemeinen Zufriedenheit, außer der mit seiner eigenen Partie, aber davon später mehr.

Tatsächlich wurde auch richtig Schach gespielt.

Richtig ordentlich trat Stefan auf, spielte eine sehr solide Eröffnung und setzte auch im Mittelspiel sauber fort. Dann wurde es etwas turbulent: Sein Gegner schlug mit einem Läufer einen gedeckten Bauern und meinte danach, mit einem Abzugsschach die Dame von Stefan gewonnen zu haben. Ich fand es schon sehr übergriffig, dass er dann Stefan tatsächlich lauft fragte, ob er denn wirklich vorhabe, weiterzuspielen. Stefan schaute in die Stellung rein, fand dann nicht den besten Zug (mit dem er die Figur zurückgibt aber die Schwerfiguren ausgeglichen sind) sondern wählte die Variante, die eine Qualität kostete (nicht die Dame). Sein Gegner gab dann die Mehrqualität wieder zurück, weil Stefan sich zunehmend Chancen erarbeite, das Endspiel behandelte er m.E. nicht optimal, hätte zum Zeitpunkt der Aufgabe schon noch weiterspielen können. Das beste Fazit brachte Harald: Gegen diesen Gegner verliert er nicht mehr.

Keine Ahnung wie ich drauf gekommen war, dass ich mit Weiß spielen würde, jedenfalls hatte ich mir im Vorfeld nur ein paar Varianten für Weiß angeschaut, was dann aber für die Katz war, als ich auf der anderen Brettseite saß. Sizilianer. Chris würde die ganze Eröffnung mit "langweilig, langweilig" bewerten, bis ich dann wieder mal eine meiner legendären "Kombi mit Loch" zusammenbrachte, die mir einen schlechte Stellung mit offenem König und zwei isolierten Bauern einbrachte. Als ich mich nach meinem Gefühl etwas konsolidiert hatte gab ich dann einen Bauern her, startete einen "Angriff" am Damenflügel, bei dem ich dann meine Bauernstruktur komplett zerlegte (keine Ahnung, was mich bewog, von innen nach außen zu tauschen statt umgekehrt), mit zwei Wenigerbauern im Doppelläuferendspiel an gegenüberliegenden Flügeln schob ich noch ein bisserl Klötzle, bis ich dann mit drei Wenigerbauern aufgab.

Kurzer Rundgang: Also meiner Einschätzung nach stand Tomas an Brett 2 hervorragend, verhinderte die kleine Rochade des Gegners und hatte aktives Spiel. Bei Harald am Spitzenbrett war es recht unklar, das dauerte noch. Manfred hatte eine Stellung auf dem Brett, die eigentlich Gutes verhieß. Bei Florian sah die Stellung viel versprechend aus, aber die Zeit ... (wir erinnern uns: falscher Modus eingestellt, es fehlten 30 mal 30 Sekunden Zeitzuschlag...)

Oh je, bei Rosy am 4.Brett (wir hatten glaub ich vor der Saison Rosy zugesagt, dass sie an Brett 8 Gegner bekommt, mit denen sie mithalten kann...) sah es nicht gut aus; sie stand passiv, ich konnte keine Gegenchancen sehen, sie konnte bald nur noch die Hand zur Aufgabe reichen.

Wilde Partie an Brett 6: Matthias hatte nicht rochieren können, hatte sich Angriffschancen auf dem Königsflügel ausgeschaut, allerdings stand sein König im Zentrum, die gegenerischen Türme brachen in seine Stellung ein und am Damenflügel konnte sein Gegner auch die Stellung öffnen. Das Problem mit dem nicht rochierten König lag halt darin, dass seine beiden Türme nicht zusammenwirken konnten, später sogar noch nahezu bewegungsunfähig standen, und die eigenen Angriffsoptionen zerstoben. Tapfere Verteidigung half nichts, er konnte die Stellung nicht halten.

Manfred hatte nach der Unterbrechung wegen der Uhr an Brett 5 für seine eigene Partie den Faden verloren und fand in die Begegnung nicht mehr richtig zurück. Das hieß, dass sich seine Stellung peu a peu verschlechterte bis auch er aufgeben musste.

Wenn es nicht richtig läuft, dann kommt es auch immer zusammen: Tomas musste einen Läufer gegen einen gegnerischen Springer tauschen, der eine Vielfachbedrohung für sein Material war. Ohne das Läuferpaar und nach ein paar weiteren Zügen war dann die starke Angriffsstellung beim Gegner weitgehend konsolidiert und man einigte sich auf Remis.

Auch bei Florian lief es nicht rund: zwei Züge, nachdem ihm sein Gegner remis angeboten hatte, verrechnete er sich und kam in eine Stellung, bei der nur noch sein Gegner Chancen hatte. Die Frage "darf ich nochmals auf Ihr Angebot von gerade eben zurückkommen" verbot sich aus sportlichen Gründen und Florian kämpfte weiter. Nach Tausch Dame gegen Turmpaar hatte er noch ein paar Attacken zu überstehen, ehe man sich dann doch zur Punktteilung die Hand reichte.

An Brett 1 konnte auch Harald die Stellung nicht mehr halten und beendete die längste Partie des Tages leider ebenfalls ohne Erfolg oder Teilerfolg.

Wir trösteten uns dann mit Aussagen wie "naja, der Aufsteiger aus der Kreisliga gegen den Absteiger aus der Schwabenliga I, das sind ja fast zwei Klassen Unterschied" (Anmerkung des Übersetzers: wir spielen in der selben Liga...) und dann vor allem mit dem Mittagessen. Außerdem hatten wir gerade die erste Gabel im Mund, als die zweite Mannschaft mit der Nachricht ihres Sieges in Mering kam und sich auch gleich auf das Essen stürzte.

Und weil sich manche der geschätzten Leser mit der Ingterpretation der Vornamen im Text schwertun ergänze ich hier noch um die Einzelergebnisse:

1Gergen, Harald2038-Blösch, Christoph19450 - 1
2Reschka, Tomas1870-Dauer, Maximilian2033½ - ½
3Wiedemann, Manfred1675-Schwabedahl, Frank19960 - 1
4Sodbakhsh, Rosemarie1583-Neidlinger, Markus20130 - 1
5Wieser, Florian1828-Horvath, Joachim1966½ - ½
6Frenkel, Matthias1727-Januschewski, Holger17080 - 1
7Frank, Eckhardt1770-Haugg, Gerhard17200 - 1
8Dempf, Stefan-----Adam, Maximilian15320 - 1
SK Kriegshaber III1791-SG Kötz-Ichenhausen1994 1 - 7

Ich hab die Kommentarfunktion nicht aktiviert, deswegen soll ich einen Kommentar von Manfred ergänzen:
Aber zugebissen hat unsere Mannschaft ja schon, allerdings etwas zu spät: In die prima Rindsrouladen samt Beilagen ! Dafür nochmal ein Danke. Und nun weiß ich auch wie Rosi eine schonungslose Analyse betreibt, die schlechten Züge zerpflückt und dich belämmert zurücklässt., fassungslos ob des eigenen Unvermögens. Eigentlich wundert nur warum sie eigene Partien verlieren kann...ich werde auch mal eine analysieren.. :-)



Autor dieser Meldung:Eckhardt Frank
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