Mit einem leeren Brett ins Rennen gegangen! - 3 : 5 gegen Lechhausen 2

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5. Mannschaft (Kreisliga III 2018/2019): Spielbericht 5. Runde

Wenn man bereits mit einem leeren Brett in den Mannschaftskampf geht, wird‘s richtig schwer den negativen Zähler gegen einen im Schnitt über 150 DWZ-Punkte stärkeren Gegner zu kompensieren. Auch in der 5. Runde blieb unsere 5. Mannschaft definitiv unter ihren Möglichkeiten! Trotz 28 Spielern in der Aufstellung, ließen sich Mike und Rolf nicht ersetzen. Roman sprang zwar am 8. Brett ein, dass 4. Brett mussten wir notgedrungen aber leer lassen. Schade.

 

Dafür waren umso mehr Kiebitze anwesend, die ein wenig rücksichtslos den Lautstärkepegel trotz mehrfacher Ermahnungen ordentlich anhoben, und nicht gerade förderlich für die Konzentration der Spieler waren.

 

— xxx —

 

Brett 4. 0 : 1.

 

Herbert spielte mit Schwarz am 2. Brett eine Spanische Partie. Weiß schob seine Zentralbauern recht früh nach vorn und verschaffte sich, durch das Zurückdrängen der schwarzen Springer, Raum und Entwicklungsvorsprung. Schließlich steckte ein weißer Bauer auf d6 wie ein Dorn im Fleisch des schwarzen Lagers. Herbert stellte im 17. Zug seinen Damenläufer ein. Das Ende der Fahnenstange war nach 23 Zügen erreicht: Herbert gab‘ die Partie mit einem Turm und zwei Bauern im Rückstand auf. 0 : 2.

 

Josef spielte mit Schwarz an Brett 6 einen souveränen Black Lion. Weiß rochierte lang, um einem gefährlichen Angriff am Königsflügel aus dem Weg zu gehen, was dennoch zweifelhaft war. Nach 16 Zügen befand sich die weiße Dame in einer offenen Diagonale vor ihrem König. Josef vertrieb den Verteidiger (Springer), dieser setzte sich jedoch auf’s falsche Feld und der gedeckte schwarze Läufer griff nun die gefesselte weiße Dame an. Weiß griff seinerseits ebenfalls die schwarze Dame an, aber Josef schlug mit Schachgebot und konnte seine Dame im nächsten Zug durch Schlagen des Angreifers retten. Wenige Züge später gab Weiß die Partie auf. 1 : 2.

Josef steht in der Bestenliste der Kreisliga III, mit 4 von 5 Punkten, derzeit auf Platz 2 - Chapeau!

 

Am 8. Brett spielte Roman als Ersatzmann mit Schwarz gegen den Ersatzmann der Lechhausener. Ruy Lopez, kurze Rochade beiderseits, Läuferpaar und Doppelbauer auf der c-Linie für Schwarz, ausgeglichener Beginn. Nach 13 Zügen holte sich Roman den weißen e-Bauern, öffnete die a-Linie für seinen Turm und kam so mit gutem Vorteil aus der Eröffnung. Durch einen geschickten Turmangriff auf die Dame mit gleichzeitiger Springergabel auf Dame und Turm gewann er wenig später noch die Qualität und stand eigentlich auf Gewinn. Roman wurde etwas zu gierig und unvorsichtig: Er holte sich den nur scheinbar hängenden c-Bauern, übersah dabei aber das Damenschach mit gleichzeitigem Angriff auf seinen Läufer - und schwupps war die Stellung wieder relativ ausgeglichen (Turm und Bauer gegen Läufer und Springer). Letztlich stand der weiße König aber weniger sicher und Schwarz beherrschte die einzige offene e-Linie mit seinem Turm. Roman übersah zwar ein 'Matt in 3', konnte den weißen König aber trotzdem noch fachmännisch mit Turm und Dame matt setzen. 2 : 2.

 

Am 1. Brett wurde ebenfalls eine Spanische Partie gespielt. In der Cordel-Variante spielt Schwarz 3. …Lc5. Stefan hatte Weiß und spielte 3.Sc3 und danach 4.Lb5 (also Cordel-Variante nach Zugumstellung). Ein typischer und wichtiger Zug, insbesondere auch in dieser Variante, ist c3, damit der weiße Königsläufer später auf c2 ein Rückzugsfeld hat. Nach Sc3 ist c3 kaum möglich. Das hat Schwarz ausgenutzt und Stefan seinen Läufer abgeluchst. Mit Läufer für zwei Bauern stand er bereits auf Gewinn. Stefan hielt zwar noch über 30 Züge tapfer dagegen, konnte materiell sogar noch ausgleichen, aber mit Springer und Läufer gegen Turm und Bauer ließ sich der Gegner mit aktivem Figurenspiel das Zepter nicht mehr aus der Hand nehmen. 2 : 3.

 

Elmar spielte mit Weiß an Brett 3 einen Sizilianer (Sosin-Variante). Entwicklung und Spiel verliefen in geordneten Bahnen, bis Elmar im 19. Zug seinen Springer hängen ließ? Und Schwarz ihn sich nahm! Er gab nach 41 Zügen die Partie auf, kurz bevor sein Gegner ihn mattgesetzt hätte. 2 : 4.

 

Am 5. Brett spielte Ralf mit Weiß ebenfalls die an diesem Abend hoch im Kurs gestandene Spanische Partie. Auch hier anfangs buchmäßige Entwicklung (Cordel-Variante - aber diesmal mit c3 statt Sc3), kurze Rochade beiderseits, Läuferpaar und Doppelbauer für Schwarz. Schwarz kam etwas besser aus der Eröffnung: Weiß verlor Tempi durch das Umherziehen seiner immer wieder angegriffenen Dame, der h-Bauer vor dem König war weg und die schwarzen Figuren hatten aktiveres Spiel. Im Verlauf des Mittelspiels konnte Schwarz zwei Mehrbauern gewinnen, dafür hatte Weiß verdoppelte Türme auf der e-Linie und alle Figuren am Königsflügel. Es wurde ziemlich spannend, weil Ralf nach ca. 30 Zügen nur noch wenige Minuten auf der Uhr hatte (sein Gegner 1 Std.). Aber Ralf ist zäh und unter Druck kann er manchmal Unglaubliches vollbringen. Obwohl die Engine die Stellung mit '-4 Punkten' bewertete, schaffte er es, durch mehrfache Damenschachs und Stellungswiederholung, das Remis zu halten! 2 ½ : 4 ½.

 

Schließlich spielte ich (Patrick) an Brett 7 mit Weiß die letzte Partie des Abends. London System - wie üblich, mein Gegner verteidigte sich Slawisch. Ich war überzeugt davon, dass er seinen Damenläufer auf f5 ziehen würde, also spielte ich c4 und Sc3. Er behielt seinen Damenläufer aber auf c8 und meine Figuren waren für einen typischen Angriff am Königsflügel nicht optimal positioniert. "Out of book" verriegelte ich das Zentrum, rochierte kurz und versuchte mein Glück am Damenflügel. Es gelang mir meine Türme auf der b-Linie zu verdoppeln und einen Freibauern zu kreieren. Nach über 35 Zügen hatte ich ihn endlich auf das Feld b7 gebracht. Es waren u.a. 2 x 6 verkeilte Bauern auf dem Brett, ich hatte mehr Raum sowie einen Springer und den zusätzlichen b7-Bauern gegen den schwarzfeldrigen Königsläufer. Mein Gegner stellte besagten Läufer auf b8 und bot mir Remis an, aber ich wusste, dass ich auf Gewinn stand und lehnte ab. (Was ich nicht wusste, war, dass die Engine die Stellung mit '+6 Punkten' bewertet. Aber wenn mir schon mal einer Remis anbietet, dann "ist etwas faul im Staate Dänemark"). Ich brachte also in aller Ruhe meinen Springer und König zum Ort des Geschehens und schaffte es doch nicht, den Gewinnzug zu finden. Ich hoffte auf Zugzwang, funktionierte aber nicht. Sc8 und danach mit dem Springer ins gegnerische Lager einzudringen, das erkannte ich nicht als Möglichkeit. Ein Springeropfer, um die verkeilte Bauernstellung zu sprengen, traute ich mich nicht. Zähneknirschend musste ich also meinem Gegner nach über 60 Zügen das Remis zugestehen. Eine gute Partie war es dennoch allemal. 3 : 5.

 

— xxx —

 

"Kiebitzer spielen nicht, sie kiebitzen; sie wissen immer was du hättest spielen sollen und sagen es dir ohne gefragt zu werden...

es ist fast unmöglich sie zum Schweigen bringen."

(Pal Benko)

 

 Diejenigen, die sich angesprochen fühlen - zur Versöhnung der hier:

"Sie kiebitzen jetzt schon fast vier Stunden. Warum spielen Sie nicht selbst?"

"Keine Geduld!"



Autor dieser Meldung:Patrick,Dr. Kreisberger
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Kommentare zu dieser Meldung:

Name und ZeitpunktKommentar
VicePresident schrieb am 21.01.2019 gegen 18:19 Uhr Wie immer anschaulich und informativ zusammengefasst. Auch die Karikatur passt hier gut dazu.
Lothar schrieb am 20.01.2019 gegen 21:45 Uhr Danke Patrick, für den netten Bericht!


Der vorliegende Bericht ist älter als ein Jahr und kann daher nicht mehr mit Kommentaren versehen werden!
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