Geschichte des SK Kriegshaber



"Auf Veranlassung der Herrn Ludwig Braun, Georg Schilling und Uwe Egner kam am 4. Juli 1924 dieGründung des "Schachklub Kriegshaber" im Gerstmayer’schen Gasthaus abends 8 Uhr zustanden.Erschienen waren 16 Herren..." Mit diesen Worten beginnt das Protokoll der Gründungsversammlungdes Schachklubs Kriegshaber. Eine Kopie dieses handschriftlichen Protokolls hat Erich Bartel inunserer Festschrift "50 Jahre Schachklub Kriegshaber" veröffentlicht.

Dieses Jahr sind wir ein weiteres Vierteljahrhundert "älter" geworden, viele Veränderungen habenstattgefunden. Beispielsweise können wir inzwischen eigentlich zweimal "Geburtstag" feiern, dennwir haben eine zweite Vereinsgründung vorgenommen. Wie es damals halt üblich war, genügte ein Gründungsprotokoll und schon war man ein Verein. Dann ersuchte man in den diversen Verbänden um Aufnahme (dem wurde in der Regel stets entsprochen) und konnte am Spielbetrieb teilnehmen. Erst einpaar Freundschaftsspiele und dann Verbandsligaspiele. Rechtlich gesehen waren wir natürlich gar nix, rechtlich gesehen gab es uns nicht.

Das war natürlich noch nicht von so exorbitanter Bedeutung, solange wir mit einer Mannschaft auf einem Spielmaterial von etwa 12 Sätzen (mit Uhren, die älter als der Böhmerwald waren) herumkloppten und einem Cafehaus mehr ähnelten als einem Sportverein. Unser Jahresetat 1873 betrug ca. 650 DM und davon wurden 100 DM durch eine Spende unseres Schachfreundes Wilhelm Gnann bestritten.

Mit der Aufnahme des Bayerischen Schachbundes in den Bayerischen Landessportverband kam zuerst das Problemder Gemeinnützigkeit: Um staatliche Zuschüsse und Spenden erhalten zu können, war der BLSV gezwungen, die Gemeinnützigkeit zu erlangen. Bei einem Verband wird die Gemeinnützigkeit nur erteilt, wenn sämtliche, demVerband angeschlossenen Mitglieder (auf allen Ebenen) ebenfalls wieder als gemeinnützig anerkannt sind. Dazu brauchten wir dann eine Satzung, die mit dem Finanzamt Augsburg abzustimmen war und nach einigenKontrollschleifen waren wir dann so gemein wie nützig. Seither müssen wir alle 2-3 Jahre einen Satz Formulare fürs Finanzamt ausfüllen und Kopien der Hauptversammlungsprotokolle vorbeischicken.



Als wir dann 1974 mit "Jugendarbeit" begannen und die Mannschaften erst auf 2, bald auf 3 anwuchsen, aber besonders als wir uns 1983 von den Pfarrheimen und Kneipen aufmachten zu einem eigenen Klubheim, war dieserZustand vor allem haftungs- und mietrechtlich nicht mehr aufrechtzuerhalten. Der Verein mußte zu einereigenständigen juristischen Person werden (also zu einem eingetragenen Verein), denn bis dahin sprach und haftete jede Einzelperson im Verein privat (ein Mietvertrag wäre dann z.B. nur als privater Mietvertragmit einem Menschen möglich gewesen, nicht für den Verein).

Die Zeit drängte, denn wir hatten die Möglichkeit im alten Zollhaus in Kriegshaber Räume für uns anzumieten,also mußte eine außerordentliche Mitgliederversammlung als "Gründungsversammlung" einberufen werden. Seither ist der Verein "auch schon wer".

Unser "neuestes Kind" ist seit 1998 eine Finanzordnung, um die sich Michael Voß große Verdienste für seine Vorarbeiten dazu geschaffen hat. Scheint’s wir werden so richtig erwachsen!


Wo der Schachklub "daheim" war



Was das Heim des Schachklubs angeht, so sind wir inzwischen fast wieder "zuhause" angekommen: das oben erwähnte "Gerstmayer’sche Gasthaus" ist schon längst der Spitzhacke zum Opfer gefallen. Auf dem alten Grundstück steht heute u.a. die Pizzeria "Quadri Foglio" und die ist ja genau gegenüber unserem heutigen Domizil.

Zu Teil 2 der Vereinsgeschichte
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